Smart Fortwo mhd: Stillstands- Abkommen

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Heute verlangt die Kundschaft spritsparende Autos. Und genau das verspricht Smart für den ForTwo: Der verbraucht gemäß EU-Norm 4,7 Liter auf 100 Kilometer. Mit Start-Stopp-Funktion soll sich das auf 4,3 Liter reduzieren - eine Verbrauchsminderung von immerhin 8,5 Prozent. Das klingt vielversprechend. Als ausgewiesenes Stadt-Auto bewegt er sich schließlich überwiegend in jenem spritfressenden Stop-and-go der Ballungsräume, wo das Sparpotenzial echter Vollhybrid-Autos schon immer am größten ist.

Diskrepanz zwischen Normverbrauch und Test-Realität

Schon in der Normalversion hatte die große Diskrepanz zwischen Normverbrauch - 4,7 Liter - und der Test-Realität von durchschnittlich sieben Liter/100 km enttäuscht. Auch das Start-Stopp-System ändert da nichts grundsätzlich, ein Testmittel von 6,9 Litern ist für einen 750-Kilogramm-Zwerg wahrlich keine Offenbarung, für die der technische Aufwand lohnend erscheint.


Um sein Potenzial im Stadtverkehr, seiner eigentlichen Domäne, auszuloten, schickte auto motor und sport den Fortwo mhd eigens auf eine City-Runde. Zwar reduzierte sich hier der Verbrauch auf 6,1 Liter, aber eine wirkliche Empfehlung für einen ökologisch wertvollen Stadtfloh ist auch das keineswegs. In einer exakt gleichen Testrunde, ganz ohne Eco-Modus gefahren, erhöhte sich der Spritkonsum erwartungsgemäß - allerdings lediglich um 0,3 Liter.

Klingt etwas großspurig

Übrigens: Das Kürzel mhd auf der Heckklappe steht für "micro hybrid drive". Schon das klingt etwas großspurig, denn für den Vortrieb ist nach wie vor allein der 71 PS starke Dreizylinder- Benziner ganz ohne elektrische Unterstützung zuständig. Doch das Smart-Ziel lautet: mit Hilfe einer Start-Stopp-Automatik wesentliche Anteile des Sparpotenzials in den Stillstandsphasen elegant nutzen.

Der Aufwand dafür hält sich in überschaubaren Grenzen. Nur ein Eco-Schalter auf der Mittelkonsole zeugt von den ökologischen Ambitionen des Fortwo. Hier lässt sich die Start-Stopp-Funktion aktivieren, die im Display angezeigt wird. Smartüblich übernimmt die Automatik Kuppeln und Schalten.


Nach dem Start bleibt die Start-Stopp-Funktion noch passiv. Erst betriebswarm greift sie ein. Nähert man sich, den Fuß auf dem Bremspedal, einer Ampel oder einem Stauende, wird der Motor bereits bei acht km/h abgeschaltet. Das geschieht unspektakulär und ohne lästiges Schütteln. Geht der Fuß von der Bremse, wird binnen Sekundenbruchteilen ebenso unspektakulär wieder gestartet.

mhd bleibt eine limitierte Sonderedition

Was also bleibt als Fazit? Vom Prädikat eines spritsparenden und ökologisch wertvollen Autos jedenfalls ist der Smart mhd so weit entfernt wie die Theorie von der Wirklichkeit. Nur 360 Euro Aufpreis verlangt die Mercedes-Tochter dafür. Dennoch sind die Smart-Strategen vom Erfolg ihres Konzepts wohl nicht überzeugt. Der Smart mhd soll eine limitierte Sonderedition bleiben.


(Quelle: auto-motor-und-sport , 10.12.2007)

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