Roadster: Audi TT, BMW Z4, SLK

-
-
-
-
-

Wenn es nach seinem Dach geht, klappt alles. Als Einziger des Vergleichs-Trios setzt der SLK auf eines aus Metall. Er verfolgt damit einen Trend, der in anderen Klassen nicht immer zu augenschmeichelnden Ergebnissen führt. Anders beim Mercedes. Über und unter seiner Metallmütze herrschte stets der Konsens.


Sollen die Hardcore-Windgesichter doch über die abwaschbare, wintertaugliche Art des soliden Mehrteilers lästern: Pragmatikerinnen und Pragmatiker wissen sie zu schätzen. Bekommen sie mit dem SLK doch einen zuvorkommenden Partner, mit dem man notfalls nicht nur den Hin-, sondern auch den Rückweg vom Friseur an der frischen Luft übersteht. Und der auch dann noch zum erfrischenden Offenfahren animiert, wenn andere schon hinterm warmen Ofen philosophieren. Hilfreich dabei: der Airscarf, jener imaginäre Fleeceschal aus der Kopfstütze.

Audi mit Turbodirekteinspritzer

Audi dagegen setzt beim Basis-TT zeitgenössisch auf Turbo-Vierzylinder und Frontantrieb. Was, da lästert jemand? Nichts wie ab zur Probefahrt. Ortsverkehr im vierten Gang, wenig Last, kaum Sound, keine Vibrationen. Schon lächelt der Kritikaster selbstgefällig, sieht sich bestätigt. Bis zum Ortsende. Herunterschalten, Vollgas. Mit Schaltwegverkürzung (195 Euro) und präziser Hebelführung geht das schneller, als er gucken kann.

Der Turbo-Direkteinspritzer beißt nach Mix aus bassigem Motorbrummen und hintergründigem Laderpfeifen, doch die feinfühlige Regelelektronik hält Traktionsverluste in Grenzen. Ihm gegenüber steht der SLK-Basismotor, der durch Modifikationen an Lader und Kolben auf 184 PS erstarkte. Der 1,8- Liter-Kompressor spricht weder spontan an, noch zieht er herzhaft durch oder dreht gar flammig aus. Hinter der gelifteten SLK-Front arbeitet der Buchhalter unter den Roadster-Motoren. Nüchtern, beständig, unauffällig.


Dass der Z4 auf Direkteinspritzung verzichtet, dürfte kaum jemanden jucken. Spätestens wenn die sechs Kolben in Aktion treten. Fein austariert, mit einer Mischung aus Massenausgleich und Verbrennungsmotor-Kitzel, liefert der 2.5si nicht nur 218 PS, sondern Sauger-Fans Argumente.

Am stürmischsten geht es im Z4 zu

Alle drei betten ihre Insassen in Sitze mit ausreichend Seitenhalt und verschonen sie mit korpulenten Frontscheibenrahmen. Die Elemente haben bei heruntergelassenen Seitenfenstern freien Eintritt, am stürmischsten geht es im Z4 zu. TT und SLK nehmen die Insassen etwas besser in Schutz. Bei hochgefahrenen Scheiben und montierten Windschotts dürfen sich dann selbst Empfindliche zart strubbeln lassen.

Der TT entert Kurven weitgehend neutral, pariert leichtes Untersteuern durch ebenso leichtes Eindrehen des Hecks beim Lastwechsel. Am Ende zieht der dynamische Audi nicht nur auf der Piste, sondern auch nach Punkten an BMW und Mercedes vorbei - obwohl der SLK durch die Modellpflege spürbar gewonnen hat.


(Quelle: auto-motor-und-sport , 01.04.2008)