Mitsubishi Outlander: Planke sehr

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Ein SUV reinsten Wassers ist er nicht, aber auch kein echter Kombi. Mit einer vorschnellen Disqualifikation täte man dem Mitsubishi Outlander aber bitter Unrecht, denn er ist eine gelungene Mischung aus beiden Komponenten. Und das gilt um so mehr, seit Mitsubishi für das neue Modelljahr zusätzlich den 156 PS starken 2,2-Liter-Dieselmotor aus der PSA-Kooperation anbietet, der auch dem Peugeot 4007 und den Citroën C-Crosser Beine macht. Es ist nicht nur das Plus von 16 PS, das den neuen Common-Rail-Diesel von der weiter verfügbaren, leistungsschwächeren Variante abhebt.


Was sofort auffällt, ist seine akustisch deutlich angenehmere Gangart. Denn der Zweiliter-Diesel mit Pumpe-Düse-Einspritzung, den Mitsubishi aus dem VW-Baukasten entnimmt, hat sich den Ruf eines zwar bulligen, aber eben auch rauen Gesellen erworben. Im Gegensatz dazu präsentiert sich der 2.2 DI-D geradezu seidenweich, was jedoch keineswegs ein Hinweis auf einen sanftmütigen Gesamtcharakter ist - im Gegenteil.

Outlander mit kraftvollem Antritt

Mit kraftvollem Antritt reagiert er im gesamten Drehzahlbereich spontan auf die Befehle des Gaspedals und lässt auch die oft beklagte Anfahrschwäche von Turbomotoren bestenfalls erahnen. Erst mal auf Touren, schwingt sich der Outlander in knapp zehn Sekunden leichtfüßig über die 100-km/h-Marke und bleibt selbst bei hohen Reisegeschwindigkeiten mehr komfortabler Kombi als knorriger Geländeritter.

Jenseits von 180 km/h legt der Japaner mit dem französischen Herzen allerdings seine akustische Zurückhaltung weitgehend ab. Dass man sich bei Autobahnfahrt mit dem Stellrad auf der Mittelkonsole für Frontantrieb entscheidet, versteht sich fast von selbst, obwohl der Allradantrieb für zusätzliche Fahrstabilität sorgt, sobald es auf der Fahrbahn mal rutschig wird. Der Traktionsgewinn mit zugeschaltetem 4WD-Antrieb oder gar 4WD Lock - was nicht Totalsperre bedeutet, sondern nur gesteigerte Kraftzuteilung nach hinten - reicht allemal fürs leichte Gelände.


Kein billiges Vergnügen

Mitsubishi sieht den leistungsstärkeren 2.2 DI-D als Luxusattribut und bietet ihn daher lediglich für die beiden höchsten Ausstattungsstufen Intense und Instyle an. Zu deren Serienumfang gehören zwei zusätzliche, im Gepäckraum versenkbare Sitze, auf denen Erwachsene allerdings nur mit stark angewinkelten Beinen sitzen können. In der getesteten Instyle-Version ersetzt zudem eine sehr hilfreiche Rückfahrkamera die Ultraschall-Einparksensoren. Ein billiges Vergnügen indes ist ein solcher Outlander nicht, doch angesichts der guten Ausstattung erhält man für 38.690 Euro einen fairen Gegenwert. Nur der Testverbrauch von 9,3 Liter ist selbst für einen 1.800 Kilogramm schweren SUV eher enttäuschend.


(Quelle: auto-motor-und-sport , 06.05.2008)