Mazda 6 2.5: Folge Sechs
Die enge Nachbarschaft der Basispreise - 29.900 Euro für den Mazda, 29.500 Euro für einen mit 170 PS gleich starken BMW 320i - ist reine Augenwischerei. Wer das deutsche Premium-Produkt mit einer vergleichbaren Ausstattung haben möchte, zahlt rund 7.000 Euro drauf. So präsentiert sich die Mazda-Limousine, die ab Februar bei den Händlern stehen wird, als günstiges Angebot und die Liste der Extras für den neuen Mittelklasse-Typ umfasst drei Zeilen: DVD-Navigationssystem (2.300 Euro), Glasschiebedach (790 Euro), Metallic- Lackierung (450 Euro).
Mit dem Mazda 6 bekommt man einen stattlichen Viertürer, der gegenüber seinem Vorgänger größer geworden ist. Am Platzangebot im Innenraum gibt es deshalb nichts auszusetzen, auch der Kofferraum ist mit über 500 Litern sehr groß. Die gute Übersichtlichkeit nach vorn zählt zu den weiteren sofort auffallenden Vorzügen der Karosserie. Die gute Laune hält sich bei der Betrachtung des Interieurs. Die Ansprüche in diesem Bereich sind in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen.
Einbußen beim Komfort
Im Mazda sieht alles so sauber und ordentlich aus, wie sich das gehört, wobei hier noch ein Extra-Pluspunkt dafür vergeben wird, dass keine Leisten aus getürktem Holz zu sehen sind. Nichts wirklich Besonderes also, das den Mazda aus der Masse herausheben würde. Einen roten Strich auf der Minusliste verdienen die - mit Leder bezogenen und elektrisch verstellbaren - Sitze. Die kurze Sitzfläche schränkt den Komfort ein.
Fahrkomfort gehörte nicht zu den Prioritäten bei der Mazda 6-Konzeption. Dies zeigen auch das vergleichsweise laute Abrollgeräusch und die straffe Federung. Handling und dynamische Fahreigenschaften genießen klar Vorrang, und dafür hat Mazda einiges getan. Üppige Reifen im 18-Zoll-Format gehören ebenso dazu wie das Bemühen, das Gewicht trotz gewachsener Abmessungen und verbesserter Austattung nicht ausufern zu lassen. 1.445 Kilogramm sind es beim Testwagen, was für eine Limousine dieser Größenklasse aller Ehren wert ist.
Verbrauch nicht mehr zeitgemäß
Der Mazda fährt sich denn auch leicht und handlich, er bremst sehr gut und erzielt bei den Fahrtests nicht nur gute Werte, sondern zeigt auch keine sicherheitsrelevanten Auffälligkeiten. Leicht untersteuernd, wie das bei Fronttrieblern üblich ist, umrundet er Kurven.
Ein die Drehzahl senkender sechster Schongang wäre eine sinnvolle Ergänzung gewesen, um den Reiseverbrauch zu senken. Mit einem Testmittel von 11,4 Liter auf 100 Kilometer verdient sich der Mazda wahrlich keine Öko-Lorbeeren, daran ändern auch die sehr guten aerodynamischen Eigenschaften der Karosserie (Cw-Wert 0,27) nichts. Der Fortschritt gegenüber dem Vorgänger wird dennoch in vielen Bereichen erkennbar, ohne dass der Mazda damit in das Spitzenfeld der sehr anspruchsvoll gewordenen Mittelklasse aufrücken könnte.










