Testberichte
Ford Kuga, Peugeot 4007 und VW Tiguan
Wie kann denn das sein? Da jagen die Spritpreise von einem Rekord zum nächsten, und trotzdem verkaufen sich SUV so gut wie noch nie. Schwere Allrad-Autos und Spar-Tugenden - das beißt sich doch schon prinzipbedingt. Ganz einfach, das Phänomen trägt den Namen Tiguan. Mit seinem überraschenden Erfolg erspart der Spätstarter von VW dem gesamten Kraxler-Segment einen schmerzhaften Absturz. Und vielleicht können ja auch der taufrische Ford Kuga oder der Ende 2006 präsentierte Peugeot 4007 vom Trend zum leichteren Offroader profitieren.
Keine echten Geländewagen
Dass es in dieser Klasse nur am Rande um Gelände-Tauglichkeit geht, zeigen alle drei eindrucksvoll: Untersetzungsgetriebe, Differenzialsperren oder sonstige Steighilfen sucht man vergebens. Konsequenterweise lässt sich der Kuga sogar als reiner Fronttriebler bestellen, was 2.000 Euro und 40 Kilogramm Gewicht spart. Doch auch die Haldex-Kupplung der getesteten 4x4-Version schickt im Normalbetrieb 90 Prozent der Motorkraft nach vorn. Erst wenn die Vorderräder Schlupf melden, werden bis zu 50 Prozent nach hinten durchgereicht. Für stämmige Traktion auf glitschigem Untergrund reicht das auf alle Fälle. Auch die Allrad-Antriebe von Tiguan und 4007 funktionieren ähnlich, wobei sich beim Peugeot Front- und Vierradantrieb per Drehschalter auch manuell arretieren lassen. Im Gegenzug liefert VW gegen Aufpreis ein Offroad-Programm, das zumindest An- und Abfahren am Berg elektronisch unterstützt. 2009 soll es auch vom Tiguan eine günstigere 2WD-Variante geben.
Den Spagat aus Sportlichkeit und Komfort beherrscht der Tiguan am besten. Obwohl er nicht ganz so spontan einlenkt, muss er sich dynamisch nicht hinter dem Kuga verstecken. Zudem sprechen seine adaptiven Dämpfer selbst auf kurze Stöße geschmeidig an, was zusammen mit dem niedrigen Geräuschpegel entspanntes Reisen ermöglicht. Wie bei den Fahrleistungen liegen die drei auch im Verbrauch dicht beisammen. Im Testmittel reichten gut neun Liter auf 100 Kilometer, gemütlich bewegt sind weniger als sieben Liter realistisch. Angesichts der gebotenen Transportkapazität taugen die Allradler damit nicht als Öko-Feindbilder.
Ein gutes Gefühl geben auch die Bremswerte der drei: Selbst nach dem zehnten Stopp unter voller Beladung benötigt keiner mehr als 40 Meter, um aus Tempo 100 zum Stillstand zu kommen. Keine Selbstverständlichkeit bei SUV. Nur auf einseitig glattem Untergrund (μ-split) steht vor allem der Peugeot zu spät. Sein hoher Preisaufschlag erklärt sich hingegen aus der ungewöhnlich reichhaltigen Serienausstattung des getesteten 4007 Platinum (mit Xenon-Scheinwerfern, Lederausstattung, elektrischer Sitzverstellung, 18-Zoll-Felgen und dritter Sitzreihe). Auf ein ähnliches Niveau gebracht ist der Kuga nur wenig günstiger, der Tiguan sogar einen Tick teurer.










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