BMW 525d vs Jaguar XF 2.7D: Lord-Schritt

(Quelle: auto-motor-und-sport)
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Der neue Jaguar kommt nicht ganz ohne klassische Zitate aus, wie der Maschendraht-Kühlergrill, das flache, coupéartige Dach und die subtilen Wölbungen über den Scheinwerfern zeigen. Ein Design mit Dynamik und Wow-Effekt, aber erst auf den zweiten Blick. Understatement eben - und das ist ja wahrlich britisch.


Von der einstigen Club-Atmosphäre im Interieur indes keine Spur.Statt Picknicktischen, Kippschaltern und schönen Smiths-Instrumentenhat die Neuzeit Einzug gehalten. Die Echtholzblenden ordnen sich dendominanten Alu-Panelen unter, und coole Spielereien wie pulsierenderStartknopf, automatisch ausfahrender Fahrstufen-Drehregler sowie erstnach dem Anlassen öffnende Luftkanäle schinden auch bei Laien Eindruck.Im Gegenzug muss man allerdings sichtbare Grate und ungleichmäßigeFugen hinnehmen - ebenso wie eine schlechte Sicht nach hinten und diemäßige Raumökonomie.

5er bietet mehr Platz im Fond

Denn obwohl der XF zwölf Zentimeter länger und drei Zentimeter breiter ist, bietet der zum ersten Vergleich angetretene BMW Fünfer besonders im Fond mehr Platz und einen bequemeren Einstieg. Sein Kofferraum fasst zwar 20 Liter weniger und kann nur gegen Aufpreis erweitert werden, lässt sich jedoch dank der größeren Heckklappe leichter beladen und besser nutzen. Und während die BMW-Bedienung nicht zuletzt durch die zusätzlichen Favoritentasten gewonnen hat, triezt der Jaguar seinen Fahrer mit verschachtelten Menüs und zeitraubenden Eingaben via Touchscreen-Monitor.

Beim XF dominiert Leichtigkeit das Fahrgefühl

Beim XF kommen mehr Stöße und weniger Rückmeldung ins Volant als beim härteren 5er, der Kraftaufwand ist geringer. Überhaupt dominiert Leichtigkeit das Fahrgefühl; so unaufgeregt und lässig schnell fahren konnte man bisher wohl in keinem Jaguar. Gleichwohl weckt er kaum sportliche Ambitionen, zumal er in Kurven stärker wankt und über die Vorderräder schiebt.

Die entspannte Gangart liegt ihm also ungleich mehr, und da spielt der Antrieb eine entscheidende Rolle. Vor zehn Jahren mag ein Diesel im Jaguar undenkbar gewesen sein, heute ist er erste Wahl. So leise, kultiviert und nachdrücklich, wie der 2,7-Liter-V6 zur Sache geht, passt er perfekt zu der schweren Limousine. Dabei legt die optimierte, unauffällig waltende Sechsstufen-Automatik mit hoher Treffsicherheit den passenden Gang ein, nur die Anfahrschwäche bis zum Aufbau des vollen Ladedrucks stört etwas die Harmonie. Selbst der Verbrauch (im Testmittel 9,4 L/100 km) kann sich sehen lassen.


Gut so, aber der BMW ist besser

Abgesehen vom kernigen Laufgeräusch hat der 525d insgesamt die Nase vorn. Dass sein Dreiliter-Reihenmotor etwas weniger Leistung (197 statt 207 PS) und Drehmoment (400 statt 435 Nm) entwickelt, bleibt in der Praxis ohne Bedeutung. Spür- und messbar sind dagegen der spontanere Antritt, der viel früher einsetzende, länger anhaltende Durchzug sowie die besseren Fahrleistungen. Dass die Automatik ebenso souverängeschmeidig die sechs Gänge wechselt wie der Jaguar und der Sechszylinder im Schnitt 0,8 Liter weniger konsumiert, unterstreicht nur die Güte dieses Bayerischen Motoren Werkes.


(Quelle: auto-motor-und-sport, 24.04.2008)

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