A4 gegen 3er und C-Klasse

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Mit 32.350 Euro liegt der populäre 2.0 TDI mit Ambition-Paket zwar unter dem vergleichbaren Mercedes C 200 CDI Avantgarde (34.010 Euro), aber über dem gleich starken BMW 318d (29.950 Euro). Bei dem müssen allerdings sogar Klimaautomatik, Alufelgen und Nebelscheinwerfer extra bezahlt werden, während Mercedes für ein banales CD-Radio Aufpreis verlangt.


Selbst der vergleichsweise gut bestückte, qualitativ leicht überlegene Audi lässt sich problemlos um einige Tausender verteuern, wobei speziell die Einparkhilfe wegen der mäßig übersichtlichen Karosserie zu den sinnvollen Optionen gehört. Größere Zuschläge bedingen naturgemäß die umfangreichen Infotainment-Angebote, die nunmehr auch im A4 über einen zentralen Drehknopf gesteuert werden. Soundsystem, Music-Interface, Bluetooth-Autotelefon und DVD-Routenführer machen den Innenraum zu einer vernetzten Schall- und Schaltzentrale, die jedoch einige Gewöhnung und teils umständliche Eingaben über die MMI-Tastatur erfordert.

Und wie sieht es beim Antrieb aus?

Den Anspruch, in Dynamik und Agilität bei den Besten mitzumischen, löst der Audi jedenfalls mit Bravour ein. Störeinflüsse des Frontantriebs sind praktisch ausgeschaltet, ein Schieben über die Vorderräder ist allein in engen, schnellen Kurven noch zart erkennbar. Besonders die neue Zahnstangenlenkung, die nun ohne große Umwege auf die Lenkhebel einwirkt, trägt erheblich zum leichtfüßigen, präzisen Handling bei.

Dagegen wirkt die C-Klasse namentlich bei Ausweichmanövern etwas gesetzter und behäbiger, was freilich keine Abstriche für die Fahrsicherheit bedeutet. Selbst der 3er kann da nicht viel draufsetzen, schwächelt sogar etwas beim Bremsen auf μ-split und erfordert zum Teil mehr Konzentration und beherztes Zupacken. Aber mit seinem reaktionsfreudigen Fahrwerk, der spontanen, völlig störfreien Lenkung und der animierenden Direktheit vermittelt er noch immer jene Freude am Fahren, die das typische BMW-Gefühl ausmacht. Im Gegenzug sind echte Nehmerqualitäten vonnöten, denn die hölzerne, poltrige Federung kommt ihrer Aufgabe nur relativ unvollkommen nach und lupft die Insassen bisweilen aus den Sitzen.


BMW zieht den Kürzeren

Entschieden sanftmütiger geht der Zweiliter-Diesel im 318d zu Werke, sowohl was die Laufkultur als auch das Temperament betrifft. Die lange Übersetzung in den oberen Gängen mindert nachhaltig die Durchzugskraft, in Verbindung mit dem jüngst eingeführten, überzeugenden Start-Stopp-System und weiteren Sparmaßnahmen aber ebenfalls den Verbrauch. Mit 7,8 Liter/100 km genehmigt er sich im Testmittel allerdings nur 0,2 Liter weniger als der A4, dessen neuer Common-Rail-TDI mit hoher Drehfreude und Elastizität hier klar die Spitze markiert.

Sogar das leichtgängige, exakte und gut abgestufte Sechsganggetriebe passt besser als die stramme BMW-Schaltung, während der etwas schwächere C 200 CDI beim Antrieb keine echten Glanzpunkte setzen kann. Noch weniger gilt das traditionell für die Preisgestaltung, so dass die hohen Kosten für Anschaffung und Unterhalt den Vorsprung gegenüber dem günstigen BMW fast wieder aufzehren. Trotzdem verweist der Mercedes mit seiner harmonischen Abstimmung und dem überlegenen Komfort den 3er in der Summe auf die Plätze.

Die beste Wahl ist allerdings keiner von beiden, denn diese Ehre gebührt dem Audi. Wer so gleichmäßig punktet und keinerlei gravierende Schwäche zu erkennen gibt, müsste eigentlich 1A statt A4 heißen.


(Quelle: auto-motor-und-sport , 04.01.2008)

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