15.12.2008
von
Nebelhorn53
besitzt dieses Auto seit 3 Jahren
und rät vom Kauf ab
Erfahrungswertung:
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Aufgrund sehr guter Erfahrungen mit einem Corolla und einem Carina Kombi fahren wir seit März 2006 einen Yaris (Neuwagen) als Hauptfahrzeug. Der Kaufpreis betrug zusammen mit einer WEBASTO-Standheizung 19.450,00 , ein Rußpartikelfilter wurde etwa ein Jahr nach Zulassung für ca. 700 nachgerüstet. Unsere Fahrleistung beträgt bis jetzt (Dez. 2008) ca. 43.500 km mit diesem Auto.
Preis-/Leistungsverhältnis:
Hervorragende Sicherheitsausstattung, sehr viele verschiedene Ablagemöglichkeiten im Innenraum. Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten zur Nutzung des Lade- bzw. Passagierabteils. Die Executive-Version ist aber trotz des exclusiven Preises mager ausgestattet, z. B. fehlt eine Handschuhfachbeleuchtung und hinten sind elektrische Fensterheber noch nicht mal gegen Aufpreis lieferbar. Rammschutzleisten und Einparkhilfe gibt es ebenfalls nur gegen Aufpreis.
Design & Styling:
Der Yaris sieht hübsch aus, ist aber sehr unübersichtlich. Durch die breite C-Säule ist nach hinten ... rechts praktisch nichts zu erkennen. Rückwärtsfahren ist nur mit äußerster Voooorsicht zu empfehlen. Wir haben seinerzeit leider versäumt, die Einparkhilfe als Zusatzausstattung zu ordern, weswegen ich zur Funktion dieses Ausstattungsmerkmals nichts sagen kann, ich halte sie aber für empfehlenswert.
Dass bei einer schwarzen Lackierung auch noch die aus schwarzen Gummi bestehenden Rammschutzleisten schwarz lackiert werden sollten (gegen Aufpreis versteht sich!), konnte ich gerade noch verhindern.
Verarbeitungsqualität:
Eine Enttäuschung! Die permanenten Schleifgeräusche der Bremsscheiben konnte die Werkstatt bis heute nicht beseitigen. Ein merkwürdiges Geräusch wie wenn Blech auf Blech reibt, konnte bislang nicht lokalisiert und damit auch nicht abgestellt werden.
Die Empfangsqualität des Radios ist mittelmäßig, für den Alltag aber trotzdem völlig ausreichend. Die AF-Funktion reagiert jedoch äußerst träge. Selbst gebrannte CDs mit MP3- oder WAV-Dateien werden nach längerem Verbleib im CD-Schacht unbrauchbar (hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?).
Wenn die nach dem Öffnen der Heckklappe herumbaumelnde Hutablage das neue Verständnis für Verarbeitungsqualität bezeugen soll, dann Gute Nacht, Toyota.
Die Heckklappe selbst schließt nur nach energischem Zuknallen. "Das gibt sich mit der Zeit", ist aber heute (02.01.2009) immer noch ein Problem. Gut ist auf der Innenseite der Heckklappe angebrachte Griffmulde, das hilft, schmutzige Finger beim Schließen der Heckklappe zu vermeiden.
Gegen Endes des zweiten Betriebsjahres ist der rechte Seitenblinker einfach aus dem Kotflügelblech heraus gefallen (Clip abgebrochen), wurde aber von der Werkstatt auf Garantie ausgetauscht, nachdem ich die Übernahme der Zahlung dafür verweigert hatte. Bei meinem fast 13 Jahre alten Carina ist noch kein Blinker abgefallen!
Seit KM-Stand 38.500 leuchtet das Werkstattschlüssel-Symbol. Laut Betriebsanleitung ist ein Ölwechsel fällig. Da das Öl aber bereits bei der 30.000er Inspektion gewechselt wurde und auch genügend Öl vorhanden ist, erlaube ich mir nach Rücksprache mit meiner Werkstatt, den Hinweis einfach bis zu 45.000er Inspektion zu ignorieren. "Leider können wir nicht sehen, ob der Fehlerspeicher nach der Inspektion wirklich vollständig zurückgesetzt wird, oder nur zu 50%", so mein Service-Mitarbeiter der Werkstatt meines Vertrauens. Muss ich nicht verstehen.
Verbrauch:
Bei zahmer Fahrweise über eine längere Autobahndistanz sind bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 92 km/h 4,1 Liter Diesel auf 100 KM drin. Darunter habe ich den Verbrauch nicht mehr drücken können. Bei höherem Tempo wird es natürlich teurer, Werte zwischen 6,5 und 9,5 Litern bei längeren Vollgasfahrten (der Tacho zeigt dann bei leichtem Gefälle mit angelegten Ohren und etwas Rückenwind bis zu 197 km/h an!) sind schon mal drin. Im Alltagsbetrieb mit relativ hohem Kurzstreckenanteil beträgt der Verbrauch je nach Witterung zwischen 4,5 und 5,5 Litern. Ist zwar nicht wie im Prospekt, aber naja, passt in etwa. Nach Einbau eines Rußpartikelfilters konnte keine Änderung im Verbrauch oder in der Leistung festgestellt werden, lediglich den Turbolader hört man jetzt hin und wieder leise pfeifen.
Motorisierung:
Wenn erst mal die Anfahrschwäche (gerade in Verbindung mit dem MMT-Getriebe ist dieses Problem eklatant, scheint doch die elektronische Steuerung überhaupt nicht auf das an und für sich drehmomentstarke Dieselaggregat angepasst zu sein) überwunden ist, geht der 90 PS-Diesel unter stark anschwellender Geräuschentwicklung wie "Schmidts Katze". Das MMT-Getriebe ist in Kombination mit dem Dieselantrieb eine sehr schlechte Wahl, ich empfehle das Getriebe niemanden und ich würde es auch nicht wieder kaufen. Selbst im "Manuellen Modus" schaltet das Getriebe nicht nach Wunsch sondern nach einem für mich nicht nachvollziehbaren Schaltschema (Martina Krones hat sich an anderer Stelle bereits darüber ausgelassen, dass wenn die Geschwindigkeit unter 19 km/h fällt, in den ersten Gang geschaltet wird). Selbst das automatische Zwischengas verhindert nicht, dass man beim Heranrollen an eine rote Ampel wegen des ruppigen herunterschaltens ständig am Nicken ist. Abbiegen im rechten Winkel geht fast nur im ersten Gang. Danach muss man den ersten Gang bis weit in den Zwanziger km/h-Bereich ziehen (bei entsprechender Geräuschentwicklung natürlich), bis sich das MMT-Getriebe endlich mal bequemt, die nächst höhere Schaltstufe aufzusuchen. Auch mit kurzem Lupfen des Gaspedals läßt sich das Getriebe nicht zum hochschalten bewegen. Es ist dem MMT-Getriebe auch völlig egal, welchen Modus man gewählt hat (manuell oder automatisch), manuelle Schaltbefehle werden einfach nicht umgesetzt. Dieses mag zwar beim herunterschalten Sinn machen um den Motor vor zu hohen Drehzahlen zu schützen, aber beim heraufschalten?
Von außen muss das aussehen, als hätte man gerade den Führerschein gemacht und ist noch nicht so richtig im Umgang mit seinem Fahrzeug geübt. Ebenso unverständlich ist für mich das Schaltmanöver im Automatik-Modus, wenn man auf eine Autobahn fahren will und am Beginn der Einfädelspur mit ca. 60 Km/h im dritten Gang Vollgas gibt. Da wird dann schon mal gerne mitten im kraftvollen Beschleunigen die vierte Schaltstufe übersprungen und direkt der 5. Gang gewählt. Damit landet der Motor drehzahlmäßig erst mal wieder im Keller und die bereits beschriebene Anfahrschwäche macht sich dann bei diesem Vorgang, wo es doch wirklich auf die Beschleunigung ankommt, adrenalin-erhöhend bemerkbar. Aber hier funktioniert dann wenigstens die Umschaltung auf Manuell.
Auf die Reklamation in der Werkstatt bzw. bei Toyota Deutschland wurde lediglich mit dem Hinweis reagiert, dass es halt keine Automatik sei.
Sehr gut: Die ganz hervorragenden Bremsen!
Alltagstauglichkeit:
Vorne ausreichend Platz, hinten auch ganz okay, wenn die Sitzbank ganz nach hinten verstellt wird. Der Kofferraum ist in der Regel immer ausreichend, wenn nicht gerade mit 4 Personen in Urlaub gefahren wird oder nach der Orchesterprobe außer dem eigenen Kind auch noch andere Mitspieler samt Instrumenten abgeholt bzw. mitgenommen werden müssen.
Die Vordersitze sind uns (176 bzw. 178 cm groß) zu mickrig, die Rastenverstellung der Sitzlehnenneigung ist zu grob. Wir finden beide trotz vieler Verstellmöglichkeiten von Sitz und Lenkrad keine passende Sitzposition, lange Strecken werden nicht zuletzt wegen der sehr kurzen Sitzfläche zur Qual.
Die Lüftungs- und Heizungsbedienung ist umständlich und blind nicht zu ertasten, das Display schwer ablesbar.
Die Heizleistung ist auf den ersten Kilometern sehr schwach. Wenn es dann endlich heizt, ist die Wärmeverteilung mit "heißem Kopf" und dafür "kalten Füße" nicht gelungen bzw. nicht besser regulierbar. Steht die Klimaanlage auf "Automatik" nervt ständig das zu laute Gebläse.
An das Instrumentendisplay mit dem Digital-Tacho haben wir uns recht schnell gewöhnt. Störend ist jedoch, dass nachts die Leuchtstärke nicht heruntergedimmt werden kann.
Ich bin mir inzwischen nicht mehr ganz sicher, aber ich meine, dass anfangs mit dem Einschalten des Fahrlichts die Intensität der Instrumentenbeleuchtung automatisch herunter genommen wurde. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich dieses wiederum tagsüber (ja, ich bin einer von denen, die auch am Tag mit Licht fahren) als zu dunkel empfand. Die Bedienungsanleitung schweigt sich in diesem Punkt natürlich mal wieder aus. Kann mir da jemand sagen, ob ich da richtig liege? Das würde ich nämlich gerne noch vor Ablauf der Garantie beheben lassen.
Das intelligente Zugangs- und Startsystem (Keyless-go) ist an und für sich eine tolle Sache, wenn man beim Abstellen des Fahrzeugs die richtige Reihenfolge einhält. Wehe, die Tür wird geöffnet, bevor der Motor abgestellt ist. Dann wird man mit einer wahren Flut von Pieptönen überschüttet und es artet dann richtig in Stress aus, herauszufinden, wie die Elektronik jetzt wieder beruhigt und vor allem wie das Fahrzeug verschlossen werden kann (die Bedienungsanleitung schweigt sich auch hierzu wieder aus)!
Der Bordcomputer ist zwar simpel zu bedienen, aber der Bedienknopf ist für den Fahrer nicht simpel zu erreichen.
Die Batterie im Schlüssel gibt natürlich genau dann den Geist auf, wenn meilenweit kein Ersatz zu bekommen ist.
Die Bedienungsanleitung ist trotz eines Umfangs von 427 Seiten sehr dürftig und voller Fehler! Viele Dinge sind dreifach erklärt, andere dagegen gar nicht oder zu ungenau. Wie stellt man die Uhr, wenn man keinen Schlüssel hat, mit dem man die Zündung auf "on" stellen kann? Wie viel Wasser passt in den Wischwasserbehälter?
Die Abstimmung zwischen Getriebe und elektronischer Motorsteuerung ist so dämlich, dass es kaum möglich ist, rückwärts aus der im Keller befindlichen Garage meines Elternhauses zu fahren. Mitten auf der zugegeben recht steilen Ausfahrt wird die Drehzahl des Motors förmlich abgewürgt!. Das hat vor knapp 30 Jahren mit meiner 26 PS-Ente besser geklappt!
Beim Losfahren muss irgend ein Anfangswiderstand durch stärkeres Gas geben überwunden werden. Ein sanftes Anrollen ist somit nicht möglich, was gerade das Ein- und Ausparken unnötig erschwert.
Verbrauch und Tankinhalt erlauben je nach Fahrweise Reichweiten zwischen 650 und 800 km.
Unterhaltskosten:
Der eigentliche Grund, warum ich überhaupt hier einen Erfahrungsbericht über dieses Produkt von Toyota schreibe:
Ein Scheinwerferlicht (H4) ist kaputt gegangen. Das sollte eigentlich keine große Sache sein, so ein Lämpchen zu tauschen. Die bereits viel gescholtene Betriebsanleitung hält neben der Beschreibung auch einige Grafiken dafür bereit, wie der Austausch zu bewerkstelligen ist. Aber welche Ernüchterung nach dem Öffnen der Motorhaube: Um an die Rückseite der Scheinwerfer zu kommen, braucht man die zarten Fingerchen eines japanischen Kleinkindes. Von wegen mal eben schnell selber machen. Meine Werkstatt bestätigt mir ungerührt, dass das bei den modernen Autos jetzt nun mal eben so ist, da könne man nichts machen. "Eine Stunde wird das schon dauern", so mein Servicemensch. Kein Problem, die Werkstatt liegt ja auch sehr malerisch in einem Industrie- und Gewerbebetrieb, da kann man sich ja eben mal (bei dem Sch...wetter) eine Stunde Zeit locker vertreiben. Natürlich werden nur edelste Materialien verbaut, deswegen wird alleine das H4-Lämpchen schon 12,00 kosten zzgl. Werkstattkosten für den Einbau.
So bekommt die sprichwörtliche Zuverlässigkeitsbilanz eines Toyotas nun durch einen ungeplanten zusätzlichen Werkstattaufenthalt mit zusätzlichen Kosten einen empfindlichen Dämpfer.
Inspektion und Ölwechsel sind relativ günstig, fallen aber bei Ölwechsel- und Werkstattintervallen von 15.000 km einfach unnötig oft an.
Fazit:
Nachdem wir mit unserem Corolla und dem noch Betrieb befindlichen Carina so gute Erfahrungen mit der Qualität und Zuverlässigkeit von TOYOTA-Fahrzeugen gemacht haben, sind wir von dem Yaris zutiefst enttäuscht: So viele Detailmängel, die Werkstatt ratlos, die Deutschland-Zentrale arrogant und nicht zur Kommunikation bereit.
Schade, wir brauchen nämlich demnächst einen Ersatz für unseren Carina. Ob es wieder ein TOYOTA wird? Ich habe meine Zweifel.
Einige Wochen nach Übergabe des Yaris habe auch ich von PD-Power einen Fragebogen zu meiner Zufriedenheit mit dem Yaris erhalten. Natürlich war ich in der ersten Zeit auch noch nicht so genervt von den vielen Detailmängeln.
Die Fragen und die dazugehörigen Antwortmöglichkeiten lassen aber viele Detailfragen einfach aus. Es würde mich sehr interessieren, wie jetzt, nachdem der Yaris seit ca. 3 Jahre in dieser Form auf dem Markt ist, beurteilt werden würde. Macht man aber nicht und TOYOTA kann sich weiterhin in den tollen Ergebnissen des PD-Power-Reports sonnen.
Wer kann sich noch an den Werbeslogan von früher erinnern?
Nichts ist unmöööööglich, Toyota!
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Preis-/Leistungsverhältnis:
Hervorragende Sicherheitsausstattung, sehr viele verschiedene Ablagemöglichkeiten im Innenraum. Vielfältige Kombinationsmöglichkeiten zur Nutzung des Lade- bzw. Passagierabteils. Die Executive-Version ist aber trotz des exclusiven Preises mager ausgestattet, z. B. fehlt eine Handschuhfachbeleuchtung und hinten sind elektrische Fensterheber noch nicht mal gegen Aufpreis lieferbar. Rammschutzleisten und Einparkhilfe gibt es ebenfalls nur gegen Aufpreis.
Design & Styling:
Der Yaris sieht hübsch aus, ist aber sehr unübersichtlich. Durch die breite C-Säule ist nach hinten ... rechts praktisch nichts zu erkennen. Rückwärtsfahren ist nur mit äußerster Voooorsicht zu empfehlen. Wir haben seinerzeit leider versäumt, die Einparkhilfe als Zusatzausstattung zu ordern, weswegen ich zur Funktion dieses Ausstattungsmerkmals nichts sagen kann, ich halte sie aber für empfehlenswert.
Dass bei einer schwarzen Lackierung auch noch die aus schwarzen Gummi bestehenden Rammschutzleisten schwarz lackiert werden sollten (gegen Aufpreis versteht sich!), konnte ich gerade noch verhindern.
Verarbeitungsqualität:
Eine Enttäuschung! Die permanenten Schleifgeräusche der Bremsscheiben konnte die Werkstatt bis heute nicht beseitigen. Ein merkwürdiges Geräusch wie wenn Blech auf Blech reibt, konnte bislang nicht lokalisiert und damit auch nicht abgestellt werden.
Die Empfangsqualität des Radios ist mittelmäßig, für den Alltag aber trotzdem völlig ausreichend. Die AF-Funktion reagiert jedoch äußerst träge. Selbst gebrannte CDs mit MP3- oder WAV-Dateien werden nach längerem Verbleib im CD-Schacht unbrauchbar (hat hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?).
Wenn die nach dem Öffnen der Heckklappe herumbaumelnde Hutablage das neue Verständnis für Verarbeitungsqualität bezeugen soll, dann Gute Nacht, Toyota.
Die Heckklappe selbst schließt nur nach energischem Zuknallen. "Das gibt sich mit der Zeit", ist aber heute (02.01.2009) immer noch ein Problem. Gut ist auf der Innenseite der Heckklappe angebrachte Griffmulde, das hilft, schmutzige Finger beim Schließen der Heckklappe zu vermeiden.
Gegen Endes des zweiten Betriebsjahres ist der rechte Seitenblinker einfach aus dem Kotflügelblech heraus gefallen (Clip abgebrochen), wurde aber von der Werkstatt auf Garantie ausgetauscht, nachdem ich die Übernahme der Zahlung dafür verweigert hatte. Bei meinem fast 13 Jahre alten Carina ist noch kein Blinker abgefallen!
Seit KM-Stand 38.500 leuchtet das Werkstattschlüssel-Symbol. Laut Betriebsanleitung ist ein Ölwechsel fällig. Da das Öl aber bereits bei der 30.000er Inspektion gewechselt wurde und auch genügend Öl vorhanden ist, erlaube ich mir nach Rücksprache mit meiner Werkstatt, den Hinweis einfach bis zu 45.000er Inspektion zu ignorieren. "Leider können wir nicht sehen, ob der Fehlerspeicher nach der Inspektion wirklich vollständig zurückgesetzt wird, oder nur zu 50%", so mein Service-Mitarbeiter der Werkstatt meines Vertrauens. Muss ich nicht verstehen.
Verbrauch:
Bei zahmer Fahrweise über eine längere Autobahndistanz sind bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 92 km/h 4,1 Liter Diesel auf 100 KM drin. Darunter habe ich den Verbrauch nicht mehr drücken können. Bei höherem Tempo wird es natürlich teurer, Werte zwischen 6,5 und 9,5 Litern bei längeren Vollgasfahrten (der Tacho zeigt dann bei leichtem Gefälle mit angelegten Ohren und etwas Rückenwind bis zu 197 km/h an!) sind schon mal drin. Im Alltagsbetrieb mit relativ hohem Kurzstreckenanteil beträgt der Verbrauch je nach Witterung zwischen 4,5 und 5,5 Litern. Ist zwar nicht wie im Prospekt, aber naja, passt in etwa. Nach Einbau eines Rußpartikelfilters konnte keine Änderung im Verbrauch oder in der Leistung festgestellt werden, lediglich den Turbolader hört man jetzt hin und wieder leise pfeifen.
Motorisierung:
Wenn erst mal die Anfahrschwäche (gerade in Verbindung mit dem MMT-Getriebe ist dieses Problem eklatant, scheint doch die elektronische Steuerung überhaupt nicht auf das an und für sich drehmomentstarke Dieselaggregat angepasst zu sein) überwunden ist, geht der 90 PS-Diesel unter stark anschwellender Geräuschentwicklung wie "Schmidts Katze". Das MMT-Getriebe ist in Kombination mit dem Dieselantrieb eine sehr schlechte Wahl, ich empfehle das Getriebe niemanden und ich würde es auch nicht wieder kaufen. Selbst im "Manuellen Modus" schaltet das Getriebe nicht nach Wunsch sondern nach einem für mich nicht nachvollziehbaren Schaltschema (Martina Krones hat sich an anderer Stelle bereits darüber ausgelassen, dass wenn die Geschwindigkeit unter 19 km/h fällt, in den ersten Gang geschaltet wird). Selbst das automatische Zwischengas verhindert nicht, dass man beim Heranrollen an eine rote Ampel wegen des ruppigen herunterschaltens ständig am Nicken ist. Abbiegen im rechten Winkel geht fast nur im ersten Gang. Danach muss man den ersten Gang bis weit in den Zwanziger km/h-Bereich ziehen (bei entsprechender Geräuschentwicklung natürlich), bis sich das MMT-Getriebe endlich mal bequemt, die nächst höhere Schaltstufe aufzusuchen. Auch mit kurzem Lupfen des Gaspedals läßt sich das Getriebe nicht zum hochschalten bewegen. Es ist dem MMT-Getriebe auch völlig egal, welchen Modus man gewählt hat (manuell oder automatisch), manuelle Schaltbefehle werden einfach nicht umgesetzt. Dieses mag zwar beim herunterschalten Sinn machen um den Motor vor zu hohen Drehzahlen zu schützen, aber beim heraufschalten?
Von außen muss das aussehen, als hätte man gerade den Führerschein gemacht und ist noch nicht so richtig im Umgang mit seinem Fahrzeug geübt. Ebenso unverständlich ist für mich das Schaltmanöver im Automatik-Modus, wenn man auf eine Autobahn fahren will und am Beginn der Einfädelspur mit ca. 60 Km/h im dritten Gang Vollgas gibt. Da wird dann schon mal gerne mitten im kraftvollen Beschleunigen die vierte Schaltstufe übersprungen und direkt der 5. Gang gewählt. Damit landet der Motor drehzahlmäßig erst mal wieder im Keller und die bereits beschriebene Anfahrschwäche macht sich dann bei diesem Vorgang, wo es doch wirklich auf die Beschleunigung ankommt, adrenalin-erhöhend bemerkbar. Aber hier funktioniert dann wenigstens die Umschaltung auf Manuell.
Auf die Reklamation in der Werkstatt bzw. bei Toyota Deutschland wurde lediglich mit dem Hinweis reagiert, dass es halt keine Automatik sei.
Sehr gut: Die ganz hervorragenden Bremsen!
Alltagstauglichkeit:
Vorne ausreichend Platz, hinten auch ganz okay, wenn die Sitzbank ganz nach hinten verstellt wird. Der Kofferraum ist in der Regel immer ausreichend, wenn nicht gerade mit 4 Personen in Urlaub gefahren wird oder nach der Orchesterprobe außer dem eigenen Kind auch noch andere Mitspieler samt Instrumenten abgeholt bzw. mitgenommen werden müssen.
Die Vordersitze sind uns (176 bzw. 178 cm groß) zu mickrig, die Rastenverstellung der Sitzlehnenneigung ist zu grob. Wir finden beide trotz vieler Verstellmöglichkeiten von Sitz und Lenkrad keine passende Sitzposition, lange Strecken werden nicht zuletzt wegen der sehr kurzen Sitzfläche zur Qual.
Die Lüftungs- und Heizungsbedienung ist umständlich und blind nicht zu ertasten, das Display schwer ablesbar.
Die Heizleistung ist auf den ersten Kilometern sehr schwach. Wenn es dann endlich heizt, ist die Wärmeverteilung mit "heißem Kopf" und dafür "kalten Füße" nicht gelungen bzw. nicht besser regulierbar. Steht die Klimaanlage auf "Automatik" nervt ständig das zu laute Gebläse.
An das Instrumentendisplay mit dem Digital-Tacho haben wir uns recht schnell gewöhnt. Störend ist jedoch, dass nachts die Leuchtstärke nicht heruntergedimmt werden kann.
Ich bin mir inzwischen nicht mehr ganz sicher, aber ich meine, dass anfangs mit dem Einschalten des Fahrlichts die Intensität der Instrumentenbeleuchtung automatisch herunter genommen wurde. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich dieses wiederum tagsüber (ja, ich bin einer von denen, die auch am Tag mit Licht fahren) als zu dunkel empfand. Die Bedienungsanleitung schweigt sich in diesem Punkt natürlich mal wieder aus. Kann mir da jemand sagen, ob ich da richtig liege? Das würde ich nämlich gerne noch vor Ablauf der Garantie beheben lassen.
Das intelligente Zugangs- und Startsystem (Keyless-go) ist an und für sich eine tolle Sache, wenn man beim Abstellen des Fahrzeugs die richtige Reihenfolge einhält. Wehe, die Tür wird geöffnet, bevor der Motor abgestellt ist. Dann wird man mit einer wahren Flut von Pieptönen überschüttet und es artet dann richtig in Stress aus, herauszufinden, wie die Elektronik jetzt wieder beruhigt und vor allem wie das Fahrzeug verschlossen werden kann (die Bedienungsanleitung schweigt sich auch hierzu wieder aus)!
Der Bordcomputer ist zwar simpel zu bedienen, aber der Bedienknopf ist für den Fahrer nicht simpel zu erreichen.
Die Batterie im Schlüssel gibt natürlich genau dann den Geist auf, wenn meilenweit kein Ersatz zu bekommen ist.
Die Bedienungsanleitung ist trotz eines Umfangs von 427 Seiten sehr dürftig und voller Fehler! Viele Dinge sind dreifach erklärt, andere dagegen gar nicht oder zu ungenau. Wie stellt man die Uhr, wenn man keinen Schlüssel hat, mit dem man die Zündung auf "on" stellen kann? Wie viel Wasser passt in den Wischwasserbehälter?
Die Abstimmung zwischen Getriebe und elektronischer Motorsteuerung ist so dämlich, dass es kaum möglich ist, rückwärts aus der im Keller befindlichen Garage meines Elternhauses zu fahren. Mitten auf der zugegeben recht steilen Ausfahrt wird die Drehzahl des Motors förmlich abgewürgt!. Das hat vor knapp 30 Jahren mit meiner 26 PS-Ente besser geklappt!
Beim Losfahren muss irgend ein Anfangswiderstand durch stärkeres Gas geben überwunden werden. Ein sanftes Anrollen ist somit nicht möglich, was gerade das Ein- und Ausparken unnötig erschwert.
Verbrauch und Tankinhalt erlauben je nach Fahrweise Reichweiten zwischen 650 und 800 km.
Unterhaltskosten:
Der eigentliche Grund, warum ich überhaupt hier einen Erfahrungsbericht über dieses Produkt von Toyota schreibe:
Ein Scheinwerferlicht (H4) ist kaputt gegangen. Das sollte eigentlich keine große Sache sein, so ein Lämpchen zu tauschen. Die bereits viel gescholtene Betriebsanleitung hält neben der Beschreibung auch einige Grafiken dafür bereit, wie der Austausch zu bewerkstelligen ist. Aber welche Ernüchterung nach dem Öffnen der Motorhaube: Um an die Rückseite der Scheinwerfer zu kommen, braucht man die zarten Fingerchen eines japanischen Kleinkindes. Von wegen mal eben schnell selber machen. Meine Werkstatt bestätigt mir ungerührt, dass das bei den modernen Autos jetzt nun mal eben so ist, da könne man nichts machen. "Eine Stunde wird das schon dauern", so mein Servicemensch. Kein Problem, die Werkstatt liegt ja auch sehr malerisch in einem Industrie- und Gewerbebetrieb, da kann man sich ja eben mal (bei dem Sch...wetter) eine Stunde Zeit locker vertreiben. Natürlich werden nur edelste Materialien verbaut, deswegen wird alleine das H4-Lämpchen schon 12,00 kosten zzgl. Werkstattkosten für den Einbau.
So bekommt die sprichwörtliche Zuverlässigkeitsbilanz eines Toyotas nun durch einen ungeplanten zusätzlichen Werkstattaufenthalt mit zusätzlichen Kosten einen empfindlichen Dämpfer.
Inspektion und Ölwechsel sind relativ günstig, fallen aber bei Ölwechsel- und Werkstattintervallen von 15.000 km einfach unnötig oft an.
Fazit:
Nachdem wir mit unserem Corolla und dem noch Betrieb befindlichen Carina so gute Erfahrungen mit der Qualität und Zuverlässigkeit von TOYOTA-Fahrzeugen gemacht haben, sind wir von dem Yaris zutiefst enttäuscht: So viele Detailmängel, die Werkstatt ratlos, die Deutschland-Zentrale arrogant und nicht zur Kommunikation bereit.
Schade, wir brauchen nämlich demnächst einen Ersatz für unseren Carina. Ob es wieder ein TOYOTA wird? Ich habe meine Zweifel.
Einige Wochen nach Übergabe des Yaris habe auch ich von PD-Power einen Fragebogen zu meiner Zufriedenheit mit dem Yaris erhalten. Natürlich war ich in der ersten Zeit auch noch nicht so genervt von den vielen Detailmängeln.
Die Fragen und die dazugehörigen Antwortmöglichkeiten lassen aber viele Detailfragen einfach aus. Es würde mich sehr interessieren, wie jetzt, nachdem der Yaris seit ca. 3 Jahre in dieser Form auf dem Markt ist, beurteilt werden würde. Macht man aber nicht und TOYOTA kann sich weiterhin in den tollen Ergebnissen des PD-Power-Reports sonnen.
Wer kann sich noch an den Werbeslogan von früher erinnern?
Nichts ist unmöööööglich, Toyota!
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
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Yaris 1.4 D-4D Multi Mode Bilder
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