"Es reicht" sind die Worte meines Bruders. Der 2 Jahre alte Audi Q7 kommt bei ihm und bei mir ans Limit abseits der Straße. Es ist halt kein Geländewagen. Also muss nun einer her. Aufgrund des Restwertes des Fahrzeuges will er praktisch ein Auto tauschen, was mit einem 2011er Land Cruiser 150 3.0 D-4D Automatik Executive problemlos möglich wäre als Jahreswagen.
Die Executive-Version ist schon die gehobene Ausstattung, die auch nötig ist, wenn man abseits befestiger Straßen richtig auf Tour geht, denn bei den einfacheren Versionen fehlen wichtige Assistenzsysteme fürs Gelände(Sperren u. Fahrhilfen).
Wäre, denn die Entscheidung steht noch nicht fest. Vorher wird noch ein direkter
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Konkurrent probe gefahren. Dazu in den nächsten Tagen mehr.
Abstriche muss man aus meiner(unserer)Sicht beim Design machen, der neue Prado ist kein Schönling, der 120er sieht deutlich besser aus. Aber der Land Cruiser ist eine ehrliche Haut. Außen wie innen. Schön ist anders. Aber zweckmäßig.
Weitere Abstriche fallen bei Fahrwerk und Lenkung an, wenn man vom Q7 umsteigt und sich erstmal auf der Straße bewegt. Fairerweise ist aber ein Vergleich unangebracht, denn der Toyota ist günstiger, hat weniger Leistung und natürlich ganz andere Qualitäten als ein Q7. Daher höre ich lieber mit den Vergleichen auf.
Ich habe ihn bei der Probefahrt begleitet und bin das Fahrzeug auch gefahren. Festhalten lässt sich in diesem Zusammenhang, dass der Prado eine japanische Entwicklung ist und nicht den europäischen Toyota-Entwicklungen anzurechnen ist. Und das merkt man. Die Materialien sind nicht die edelsten, aber nichts knistert und alles wirkt sehr solide, auf Haltbarkeit ausgelegt. Und das merkt man. Schaut man bei Gebrauchtwagen nach, sieht man, wie viele alte Land Cruiser es noch gibt und mit welchen Laufleistungen. Sehr beeindruckend. Die Ausstattung lässt auch kaum Wünsche offen, allerdings fehlt hier doch etwas die Raffinesse anderer SUV/Geländewagen, obwohl alles schöne lieferbar ist(Xenon, Schiebedach, Festplattennavi, 7,5 R18 265 LM- Felgen, Fernscheinwerfer-Set, verchromter Edelstahl Flankenschutz usw.)
Die Platzverhältnisse sind enorm auf allen Plätzen, die Sitze sind aber etwas zu weich, zu klein und bieten zu wenig Seitenhalt. Dafür ist die Übersicht gut, was bei vielen modernen Fahrzeugen nicht mehr gegeben ist. Dennoch braucht man natürlich große Parklücken, aber die 5,0 Meter an Außenlänge wird nicht geknackt. Von daher geht das sogar ganz gut. Der Laderaum ist riesig und eben. Die Bedienung teilweise etwas verwirrend, weil manche Schalter doch an ungewöhnlichen Plätzen verteilit sind.
Auf der Straße kann das Fahrzeug natürlich nicht mit einem modernen SUV mithalten(vorne Doppel-Querlenker Vorderachse, hinten Starachse). Es fährt sich ziemlich gemütlich und entspannend. Für sportliche Naturen ist das Auto gar nichts, obwohl es 200 kg wengier wiegt als ein Q7. Hoppla, da ist er wieder, der Vergleich. Die Bremsen sind übrigens auch nicht Pralle. Weder das Pedalgefühl noch die Wirkung.
Der Motor hingegen ist ein Knaller. 3 Liter und nur 4 Zylinder, vollständig in Japan entwickelt. Bei der geringen Literleistung dürfte der Motor ewig halten. Bullig packt er zu, dem enormen Drehmoment(420 Nm) sei dank. So ist immer Kraft beim Anfahren gegeben. Besonders abseits der Straße. Die Fahrleistungen auf der Straße sind völlig ausreichend. 10,2 Sek. bis 100 km/h ist für einen solchen Trumm nicht nicht langsam, bei 175 km/h wird abgeregelt. Auf der Straße also wirklich ein Cruiser. Da muss man Kompromisse eingehen, die man von SUV einfach nicht kennt. Der Verbrauch lagt bei der Probefahrt (80 km auf Landstraßen, in der Stadt, kurz auf der Autobahn und auf dem eigenen Acker samt Waldweg zum eigenen Wald) bei fordernder Fahrweise bei 10,2 Liter. Beim gemütlichen Gleiten ging es aber auch auf 7,5 Liter. Irgendwo da in der Mitte liegt also die Wahrheit und ist in Anbetracht der Leistung und des Gewichtes ein guter Wert. Einziger Kritikpunkt am Motor: er ist recht brummig.
Nun aber zur eigentlichen Bestimmung des Fahrzeuges: Gelände. Wenn ein Fahrzeug im Gelände so gut ist wie der 150, ist man gerne bereit, auf der Straße Kompromisse einzugehen. Das sag ich ganz ehrlich. Dieses Auto fährt im Gelände einfach da weiter, wo der Q7 vom Trecker rausgezogen werden muss. Berganfahr- und Abfahrkontrolle, voll sperrbares Torsendifferenzial, Mulit-Terrain ABS und mit dem optionalen Geländepaket ausgestattet wird schnell klar, dass dieses Auto im Gelände nichts fürchten muss. Die auf der Straße ungenaue Lenkung ist fürs Gelände gemacht. Wirklich beeindruckend und für unseren Waldweg völlig ausreichend. Eine ganz andere Welt als der Audi. Und ich bin mir sicher, dass der Land Cruiser auch noch ganz andere Dinge kann, die wir gar nicht "erfahren" können.
Die Unterhaltskosten bei Versicherung und Steuer pendeln sich auf Q7 Niveau ein, die Wartungsintervalle sind kürzer. Die Zuverlässigkeit eines Land Cruiser ist legendär. Wie es beim 150er ist, weiß ich allerdings nicht, daher lasse ich mich hier zu keiner Aussage hinreißen.
Ob das Auto gekauft wird? Wird sich zeigen, wenn der Konkurrent gefahren wird... Die Entscheidung wird zwischen 2 Autos fallen. Ein Pajero ist aufgrund der schlechten Komfortausstattung ebenso wie ein Pathfinder keine Alternative. Freut euch also auf den nächsten Bericht!
Ich gebe auf jeden Fall eine Kaufempfehlung, denn dieses Fahrzeug ist im Gelände großes Kino, biete Platz ohne Ende und ist angemessen motorsiert. Wer Sport will, sollte lieber einen SUV nehmen. Aufgrund der Geländefähigkeiten würde ich dieses Fahrzeug aber jedem SUV vorziehen.