Neuer Renault Alpine A 110-50
Neuer Renault Alpine A 110-50
Oktober 1962: Auf dem Pariser Salon de l’Automobile herrscht Premierenfieber. Die Berlinette „Tour de France“, so der erste Name der Alpine A110, erblickt in der französischen Kapitale das Licht der Welt. Mit 1,13 Meter Höhe reicht die Flunder den meisten Betrachtern gerade einmal bis zur Hüfte. Um ins Innere des Flachmanns zu gelangen, muss ein größer gewachsener Fahrer ein Gymnastikprogramm absolvieren: Türe auf, rechtes Bein unter das Lenkrad einfädeln, das Gesäß in den Sitz fallen lassen, linkes Bein nachziehen.
Die Alpine A110-50 – „50“ wegen dem 50. Geburtstag – ist ein historisches Zitat: Die runden Zusatzscheinwerfer in der Front leuchten wie früher in Gelb, allerdings mit LED-Bestückung. Das Heckfenster ist so stark gewölbt wie damals, und der Grat in der Mitte der Fronthaube so markant wie früher. Die seitlichen Sicken haben heute eine Funktion: Die rechte Öffnung übernimmt die Kühlung des Getriebes und die linke die des Motorraums.
Als technische Basis dient der Mégane Trophy. Dessen 3,5-Liter-Motor mobilisiert mit vier oben liegenden Nockenwellen 400 PS. Ein sequenzielles Sechsganggetriebe sorgt für flotte Gangwechsel. Auch das lupenreine Rennfahrwerk stammt vom Rennwagen. 21-Zoll-Räder mit Zentralverschluss machen den Einbau groß dimensionierter Bremsen möglich. Vorne kommen innenbelüftete Bremsscheiben mit 356 mm Durchmesser und Sechskolben-Bremssätteln und hinten Scheiben im 330-mm-Format mit 4-Kolben-Sätteln zum Einsatz. Das Untergewicht von 880 Kilogramm verdankt der aus Tradition leichte Sportsmann der komplett aus Kohlefaser gefertigten Karosse. Deren Frontsplitter, glatter Unterboden und Heckdiffusor besorgen den Unterdruck, der verstellbare Heckflügel den Anpressdruck. Das Blau der Karosse ähnelt dabei dem klassischen Alpine Blau der A 110. Trotzdem kommt zu den bis 1977 gefertigten 7.489 Exemplaren der Berlinette leider nur eines hinzu: Das der Studie. (Lothar Erfert)










