02.10.2010, press-inform
Audi Quattro Concept
Konzeptstudie
Audi Sport Quattro Comeback? Das Audi Quattro Concept
"Col di Turini". Früher prügelten Michèle Mouton, Walter Röhrl und Stig Blomqvist den Audi Sport Quattro durch die Seealpen. Wenn die Monte anrollte, waren die Berge oft schneeweiß. So weiß wie die Lackierung "Col di Turini" des Konzeptfahrzeugs, das Audi pünktlich zum 30-jährigen Quattro-Jubiläum präsentiert.
Unter der Haube arbeitet der Fünfzylinder aus dem TT RS, der hier 408 PS leistet. Der legendäre Sport Quattro brachte es 1984, ebenfalls mit einem knurrenden Fünfzylinder-Turbo unter dem Vorderdeck, auf 306 Pferde. An den Mythos des Rallye-Quattro lehnt sich das allradgetriebene Sportcoupé gehörig an. Drinnen mit leichten Sportsitzschalen (jeweils 18 kg leicht), einem digitalen Kombiinstrument und dem "Gebetbuch", das dem Pilot wie ein Rallye-Beifahrer die nächste Kurve vorbetet. Draußen in aller Kürze: Mit 4,28 m Länge ist Audis Conceptcar annährend so kompakt wie ein A3. Der Radstand des Chassis (geborgt vom RS5) wurde um 15 cm gekürzt, der hintere Überhang um 20 cm. Das passt. Auch der Sport Quattro ging damals mit einem im Vergleich zum Ur-Quattro stark verkürzten Radstand auf die Piste. Auf den bezieht sich Audis Studie auch sonst: Lüftungsöffnungen in der Motorhaube, ausgestellte Radhäuser und das puristisch flächige Fahrzeugende, auf dem ein ausfahrbarer Karbon-Spoiler oben auf thront, machen das Konzept optisch zu dem, wofür auch der alte Sport Quattro S1 einstand: zu einer kompromisslos auf Vortrieb und Traktion getrimmten Fahrmaschine (Kraftverteilung: maximal 85 % hinten, maximal 70 % vorne, Kronrad-Mittendifferenzial mit radselektiver Momentsteuerung), die auf Gewichtersparnis und Leichtbau setzt (keine Rücksitzbank). Wie der Heckspoiler bestehen Frontschürze, Motorhaube und Heckklappe aus leichtem Karbon, die anderen Karosseriekomponenten zumeist aus Alu. Mit 1,3 Tonnen Leergewicht (etwa vier Zentner weniger als der TT RS) avanciert das Quattro Concept somit zum Gewichtsluftikus. Das sorgt in Verbindung mit dem drehmomentgewaltigen 2,5-Liter-Turbo (480 Nm ab 1.600 U/min), der Traktions-Brutalität des Quattro-Antritts (3,9 s von Null bis 100 km/h) und dem Leistungsgewicht (ca. 4kg/PS) für gute Laune nach der Spitzkehre – wie früher.
Und auch die Keramikbremsanlage mit Sechskolben-Festsätteln macht klar, dass trotz Leichtbau die prüfstandsgemessenen Verbrauchswerte (Mittel: nur 8,5 l/100 km) in der Fahrpraxis eher illusionär sein dürften – Röhrl hat die Monte vor einem viertel Jahrhundert auch nicht im Spritsparmodus gewonnen. Ob Sparen überhaupt Sinn macht, hängt darüber hinaus nicht nur davon ab, ob Audi an eine Serienproduktion denkt, sondern auch vom Preis: Rund 100.000 Euro hat der legendäre Sport Quattro nach der Kaufvertragsunterschrift schon damals vom Giro gesaugt. Um kaum weniger wird das Konto der Nachkomme erleichtern – wenn er denn kommt. (le) (16.11.2010)











