21.12.2010, auto-reporter.net
NISSAN 2012
Elektroauto in Großserie - Der neue Nissan Leaf
Japan elektrisiert die Welt? Am 22. Oktober hat in Oppama die Produktion des Nissan Leaf begonnen. Der innovative E-Mobil, das im französisch-japanischen Konzernverbund Renault-Nissan entwickelt wurde, ist das erste in großen Stückzahlen hergestellte Elektroauto der Kompaktklasse – geplante Jahreskapazität: 50.000 Einheiten. Seine Innovativität sieht man ihm kaum an – typisch Nippon: siehe Toyota Prius, siehe Honda Insight …
Hier pfeift man das Karosserielied sichtbar auch nach der Konvention. Die 4,45 Meter lange Steilhecklimousine erhält fünf Türen, ein gutes Platzangebot und ein ordentliches, aber etwas verbautes Kofferabteil (330 Liter Volumen; bei umgeklappten Rücksitzen, wobei eine Stufe im Gepäckabteil bestehen bleibt: 680 Liter). Wer genauer hinsieht, bemerkt dann aber, ganz indirekt, doch das Neue: Der Auspuff fehlt.
Der Leaf ist ein „rein Elektrischer“. Mit einem Elektromotor, wo sonst der Otto schuftet, und mit Batteriemodulen dort, wo sonst der Tank sitzt. Der Wechselstrom-Synchronmotor leistet 109 PS, sein „Tank“, der 345-Volt-Lithium-Ionen-Akku, 24 kWh. Hinter dem aufklappbaren Nissan-Logo auf der Fronthaube befindet sich der Stromanschluss, der entweder mit einem normalen Haushaltsstecker oder einem Schnellladekabel angesteuert wird.
Ist der Akku dann voll, soll dies für 160 km reichen. Allerdings nur im Stadtverkehr. Werden Verbraucher wie Klimaanlage, Radio oder Heizung zugeschaltet, ist das 160 Kilometer-Versprechen kaum mehr einlösbar , und bei einem Schnitt von 45 km/h bei eingeschalteter Klimaanlage kommt man nur noch knapp über 100 km und bei einem Durchschnittstempo von 80 km/h lediglich noch 75 km weit. Träge ist der Leaf, da das maximale Drehmoment aus dem Stand anliegt, allerdings nicht: In 11,9 Sekunden soll der Wagen von Null auf Tempo 100 beschleunigen – flotter als mancher Otto. Leiser dazu: Unter der Motorhaube integrierte Lautsprecher erzeugen deshalb bei Geschwindigkeiten unterhalb von 30 km/h ein künstliches Surren. Zum Schutz von Fußgängern – safety first.
Dem Navigationssystem fällt im ersten E-Nissan eine wichtige Rolle zu: Es errechnet den noch möglichen Radius und zeigt die nächsten Ladestationen an. Im Umfeld des Informationssystems gibt der Japaner keine Rätsel auf: Ein Druck auf den Knopf und der Motor startet. Genauso wählt man den Fahrmodus (Vorwärts, Rückwärts, Parken). Beim Bremsen wird Energie zurückgewonnen. So bewegt, soll sich der Nissan mit etwa 25 % der Betriebskosten eines vergleichbaren Dieselmotors bewegen lassen. Sparen geht trotzdem nicht: Der Leaf wird in Deutschland etwa 35.000 Euro kosten – ziemlich viel für einen Kompakten. Allerdings auch relativ wenig angesichts der Innovation. In einigen europäischen Ländern kommt er schon Anfang 2011 auf den Markt. Deutschland wird erst Ende 2011 elektrisiert. (le)















