Unser kleiner grauer ist als Jahreswagen erworben worden und lief nun in unserer Obhut rund 50tkm ohne Murren. Einsteigen und nach Italien fahren ist ebenso drin, wie die Einkaufstour zum nächsten Supermarkt. In der Top-Ausstattung ist, bis auf einen Tempomaten, alles drin, was man so braucht.
Das Fahrwerk arbeitet präzise und ist mit einem angenehmen Handling ausgestattet, die Bremsen packen ordentlich zu, nur die Lenkung könnte etwas mehr Rückmeldung an den Fahrer geben. Die Vorderachse poltert auf schlechten Oberflächen etwas, auch die Reifenabrollgeräusche kommen deutlicher durch als das sein muss. Vorteil davon allerdings ist die unverkennbare Rückmeldung über den Zustand der
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Fahrbahnoberfläche. Die Lenkung an sich ist jedoch angehm leichtgängig und dabei präzise. Die Präzision hängt stark von der montierten Reifentype ab, die Serienpneus waren da sehr, sehr schwammig. Pirelli P7 im Sommer und Michelin Alpin 3 im Winter modellieren die wahre Stärke des Fahrwerks viel besser heraus.
Der Motor, es ist der kleine 1,6er Peugeot-CR-Diesel, der auch im Mini, Focus und einigen weiteren Fahrzeugen als (typisch französisch verbaute) Antriebsquelle dient, ist ein munteres Kerlchen, stets gierig zu Tempozuwachs aufgelegt, dabei akustisch präsent, aber niemals aufdringlich. Der Partikelfilter arbeitet zwar mit teurem Additiv, aber dafür auch mal, wenn längerer Stadtverkehr oder mal wieder Dauerstau auf der Autobahn angesagt ist, unmerklich und ohne Probleme.
Die angenehme Agilität des Fahrzeugs wird jedoch auch durch eine kurze Übersetzung erkauft, das kostet auf der Autobahn ein deutliches Quäntchen mehr vom Dieselsaft. Der Gewinn an Dynamik ist das aber allemal wert.
Die Innenausstattung ist funktionell und bietet in der Top-Version schon ziemlich viel. Ein Temporegler wäre mir angenehm, aber den gibt es nicht für Geld und auch nicht für gute Worte. Die Bedienungselemente sind in ihrer Logik verbesserungsfähig, folgen dem bei den Japanern üblichen Schema.
Die Leistung der Klimaautomatik reicht ab etwa 20 Grad Außentemperatur und Sonne (Fahrzeugfarbe grau) nur noch bei einer Besatzung mit zwei Personen aus. Für drei und mehr Personen reicht der Luftdurchsatz einfach nicht mehr aus.
Die Schaltung, eine Automatik ist nicht erhältlich - ein Ärgernis und bei Mazda auch schon so was wie Tradition bei einigen Modellvarianten - arbeitet recht präzise und mit knappen Wegen. Die Kupplung hat den heute üblichen Marshmallow-Druckpunkt, dh. sie hat eigentlich keinen. Sicher anfängerfreundlich, aber nicht meine Vorliebe. Ich lernte auf Porsche Diesel das Kuppeln und da war zwischen nichts und alles etwa 0,1 mm Pedalweg, sowas prägt für immer.
Kleiner Wermutstropfen: unser Fahrzeug musste einseitig eine Korrosionschutz-Nachbehandlung erfahren. Auf Garantie zwar, aber unschön und hoffentlich damit erledigt. Rost ist ein absoluter Freudekiller an Autos und darf heute nicht mehr vorkommen. Rotstift hin, Rotstift her.
Außer zu den Inspektionen, dabei gab es die Nachbesserung des Korrosionsschutzes und einen neuen Sensor für die Leuchtweitenregulation, war nichts anzumerken. Wie gesagt, einsteigen und fahren. Ob Supermarkt oder mal eben nach Frankreich. Einfach nur zuverlässig - für uns eigentlich das Wichtigste an einem Automobil. Dies lehrte uns der Alltag mit Produkten der selbst ernannten Premiumhersteller Volkswagen (Passat) und Audi (A3, A4 und A6).
Ärgerlich und bei Mazda - leider - offensichtlich schon Tradition: Das katastrophale Teppichmaterial schämt sich offenkundig seiner selbst so sehr, dass es einmal ergatterten Schmutz nur unter großer Mühe wieder hergibt. Ach und die Handbremse erfordert viel zu viel Muskelkraft, für zarte Damenarme ungeeignet.
Ein Hergeben würde uns schwer fallen......