Erfahrungswertung
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Preis-/ Leistungsverhältnis
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5,0 ]
Verarbeitungsqualität
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2,0 ]
Sparsamer Verbrauch
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4,0 ]
Alltagstauglichkeit
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5,0 ]
April 2009,
Bestatter
Experte
besitzt dieses Auto seit 8 Jahren
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empfiehlt den Kauf
Einkaufen gehen hasse ich sowieso. Ich kann schon die Supermarktparkplätze nicht ausstehen. Wann immer ich auf einen Supermarktparkplatz fahre, frag ich mich jedesmal, ob die Leute wirklich in dem Tempo denken, in dem sie sie befahren. Ich bin zu dem Schluß gekommen, daß meine Annahme diesbezüglich stimmt. Leute, die ihren neumodischen Silbermetallichobel mittig zwischen zwei weißen Linien parken können, sind leider auch alle bei Stalingrad gefallen. Aber der echte Horror erwartet einen innerhalb der Gemäuer nahrungsmittelkonzerniger Gewinngier. Der Kampf ums Überleben. Einkaufswagen werden grundsätzlich in den schmalsten Gassen als Road Block verwendet und falls eine Rolltreppe oder
...
Drehtühr absolviert wurde, wird erst mal stehen geblieben, damit man die Leute auch wirklich über den Haufen rennen muß.
Ich hüte mich peinlichst, irgendwelchem Impulskäufen zu verfallen, aber wenn sie wieder mal die schöne, schöne Currycremesuppe aus dem Programm genommen haben, findet sich auch in meinem Einkaufswagen als Frustkompensation eine Flasche Laphroaig Single Malt.
Als ob man alleine durch den Vorgang der Nahrungsbeschaffung noch nicht genug bestraft wäre, kommt dann noch das Kassenerlebnis. Unabhängig vom Betrieb der herrscht, sind von den 17 Kassen grundsätzlich nur drei besetzt. Zusätzlich zu diesem unerklärlichen Übel kommt, daß man auch noch Zeitlupenstudien darüber anstellen kann, wie die Leute vor einem in der Schlange ihre Junkfood Kollektion auf das Förderband legen. Daß grundsätzlich dann, wenn ich endlich mit dem Bezahlen dran bin, auch noch die Quittungspapierrolle aus ist, ist ein Phänomen, daß nie aufhören wird, mich zu faszinieren.
Aber noch viel, viel schlimmer, als alles, was ich bislang beschrieben hab, ist, daß die Supermarktbetreiber alle paar Monate den Laden umräumen müssen. Kaum hat man mal einen Trampelpfad ausgetreten, um seine paar Siebensachen in einer halbwegs akzeptablen Zeitspanne zu erbeuten, wird alles so umsortiert, daß man wieder wie der Ochs vorm Berg steht. Ich hasse es einfach. Warum kann nicht einfach mal was so bleiben, wie es ist?
Vielleicht rührt genau daher meine Faszination mit Autos, die ewig lange nahezu unverändert gebaut wurden, bzw. werden. Es gibt dem Leben eine gewisse Konstanz und Regelmäßigkeit, wenn man die gleichen Autos Jahr für Jahr wieder im Autokatalog sieht. Es ist so ähnlich, wie mit der Soße in der Kantine. Obwohl es jeden Tag was anderes zu essen gibt, es ist immer die gleiche Soße dabei. Diese sähmige Kantinensoße ist das kulinarische Äquivalent zum VW Käfer. Oder dem Citroen 2CV. Oder dem Renault 4L. Oder dem Mini. Versteht Ihr was ich meine? Der 1960er Ford Falcon wurde in Südamerika bis weit in die Achzigerjahre gebaut. Den 1968er Peugeot 504 bauen sie immer noch in Nigeria. Den 1969er Fiat 128 in Ägypten und Serbien. Citroen kam von 1934 bis 1991 mit gerademal 3 verschiedenen gehobenen Mitteklasseautos aus. Rover baute in der gleichen Kategorie lediglich vier verschiedene Nachkriegsmodelle. Den 205er Peugeot bauten sie 15 Jahre lang und der Nachfolger 206 ist nun auch schon ein paar Tage im Rennen.
Und hier in England gibts ein weiteres Urgestein der Autogeschichte, das allerdings aus unerfindlichen Gründen nie nennenswerten Bekanntheitsgrad außerhalb des Inselreichs erlangt hat.
Es ist der LDV Pilot.
Er ist ein Lieferwagen. Und er wurde von 1974 bis 2006 gebaut. Allerdings hat er mehrere Namensänderungen hinter sich.
Von 1974 bis 1982 hieß er Leyland Sherpa. Er war auch damals nicht gerade neu, denn die Konstruktion basierte auf dem Morris/BMC J4 Van, den es bereits seit 1960 gab und der basierte wiederum auf irgendwas, von dem neulich Fossilien gefunden wurden. Von 1982-1987 hieß er dann Sherpa K2. Dann taufte man ihn Freight Rover 200 von 1984-89 und Leyland DAF 200 Series von 1989-97. Und dann hieß er eben LDV Pilot von 1997-2006. Der Bereich hinter den vorderen Türen ist nach wie vor baugleich mit dem 1960er Morris J4.
Technisch ist der LDV Pilot in etwa auf dem Stand eines Mercedes Simplex von 1904. Es gibt Starrachsen vorne und hinten, jeweils an Längsblattfedern aufgehängt. Hey, nicht lachen! Auch ein Duesenberg oder Bugatti hatte nichts anders! Und Hinterachsen des LDV werden in 800PS Stockcars verwendet. Sie singen zwar ständig das Lied vom Tod, aber sie halten alles aus. Diese Hinterachse, die übrigens auch in die üble MGB Grotte verwurstet wurde, muß im LDV Pilot mit gerademal 70 PS fertig werden, die per 5-Gang Schaltgetriebe durchgereicht werden. Eine Automatik steht nicht zur Debatte. Auch andere vermeintlich notwendige Errungenschaften sucht man vergeblich. Es gibt weder getöntes Glas, noch Klimaanlage. Dafür kann man in jedem Geschwindigkeitsbereich mit offenem Fenster fahren und sich immer noch eine Zigarette anstecken. Es gibt auch keine Zentralverriegelung. Servolenkung nur gegen Aufpreis. Aber gerade diese Einfacheit macht den LDV Pilot genau zu dem, für was ein Lieferwagen ursprünglich gedacht war. Und das ist, Güter von einem Ort zum anderen zu schaffen. Ohne wenn und aber. Und weil nichts dran und drin ist, was kaputt gehen kann, geht am LDV nichts kaputt. Vorne drin ist das unzerstörbare Peugeot Gröckeleisen. Erst hab ich ihm Biodiesel verabreicht, dann lief er sogar besser. Dann hab ich Biodiesel 50/50 mit Salatöl gemischt und er lief wiederum besser. Dann hab ich auf 100% Salatöl umgestellt und er lief weicher, ruhiger. Dann hab ich gebrauchtes Frittenbudenfett reingeschüttet. Dann lief er besser, als je zuvor. Wohlgemerkt, es wurden keinerlei Modifikationen vorgenommen.
Naturgemäß ist der 70 PS Peugeot Ölofen die Erfindung der Langsamkeit. 121 Spitze. Klasse. Aber das Tempolimit in England ist sowieso 112. Beschleunigung? Übe dich in Geduld. Die Gänge werden mit einem meterlangen Schalthebel sortiert. Fahreigenschaften? Nein. Aber Geschwindigkeiten, in denen sie relvant werden würden, erreicht man sowieso nicht. Der Federungskomfort wird besser, je mehr man einläd. Die Bremsen sind -äh, um, ja, erm - angemessen.
2006 Entschied das LDV Management, die Pilot Produktion zugunsten irgeneines Nissan Lizenzbaus einzustellen. 2007, ein Jahr NACH der Produktionseinstellung, wurde der LDV Pilot von 100000 befragten Lieferwagenkunden in England zum Van des Jahres gewählt! Seit Dezember 2008 stehen bei LDV die Bänder still, die Mitarbeiter sind weitgehend entlassen worden. Man hat also entschieden, den Bau genau des Produktes, daß sich verkaufen ließ, einzustellen und durch was typisch charakterlos neumodisches zu ersetzen. Bravo. Ich weiß genau, warum die Autobranche in der Krise steckt.
Einer meiner LDVs hat jetzt 287000 Meilen auf seinem Peugeot Gröckel und läuft wie gesagt anstandslos mit Frittenbudenfett. Meinen anderen hab ich auf 3 Liter Ford Fauchsex und Automatik umgebaut. Und einen 93er mit original 37000 Meilen drauf hab ich mir vorsichtshalber als Reserve angeschafft. Mein Stockcar F1 hat seit 8 Jahren die gleiche LDV Hinterachse vom Schrott drin. Ich müsste bescheuert sein, mir so ne neumodische Kasperlbude zu kaufen.
Sie fahren einen LDV Pilot 200?
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Fahrzeugdaten zum LDV Pilot 200
Fahrzeugklasse
Transporter
Produktionszeitraum
1997 - 1997
Technische Informationen
Beschleunigung
134,0 s (0-100 km/h)
Herstellerangaben Verbrauch
Verbrauch
(l/100km)
(innerorts)
(außerorts)
9,0 (kombiniert)
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