Erfahrungsbericht aufgrund kennens.
Ich hatte neulich mehrmals die Gelegenheit, einen 2004 Freelander Td4 SE zu fahren, mit knapp 110.000 km auf dem Tacho. Ich hab dem Wagen weitere 250 km beigebracht. Daher erlaube ich mir ein kurzes Urteil. Über die Kosten im Unterhalt kann ich wenig schreiben, über die Zuverlässigkeit nur dass, was mir der Eigentümer des Autos gesagt hat.
Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Ich mag Landys und auf der IAA und auf den Straßen kann man bei der Optik des Evoque schwach werden. Wird man auch. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die 2. Generation des Freelander ein richtig gutes Auto ist, was im Gelände jedem SUV davon fährt. Außerdem ist es auch
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auf der Straße konkurrenzfähig. Und der gelunge Evoque basiert ja auf dem Freelander 2.
Aber was sich Land Rover 1997 beim Freelander 1 gedacht hat, ist mir ein Rätsel. Gut, wenn man das Fahrzeug mit modernen SUV vergleicht erst recht. Aber selbst im Vergleich zu Autos aus den 90zigern ist das nun wirklich keine Offenbarung. Und das hier war bereits die 2004er Facelift Version!!!!
Das ist doch kein richtiger Land Rover.
Der Defender ist das unerreichte Original, der Discovery über jeden Zweifel erhaben und der Range ist einfach der Range. Egal welche Schwächen diese Autos hatten, sie wurden und werden geliebt. Zu recht!!!!
Einfachste Materalien im Innenraum, die nichts fürs Auge sind(dafür aber widerstandsfähig), klappernde Armaturen und abfallende Knöpfe im Innenraum kann man vielleicht noch aufgrund des Alters der Konstruktion erklären. Keine MFA und eine Funkfernbedienung, die aus einem einfachen Schlüssel mit Bart und einem zusätzlichen Bedienungsteil besteht, dass hätte 2004 bei einer gründlichen Modellpflege nicht mehr seien dürfen. Dazu kommen schlechte Sitze(wenig Seitenhalt, zu weich, zu kurze Sitzfläche)und ein zu kleiner Kofferraum, der nur Golf-Niveau hat. Bei der Außenlänge kein Ruhmesblatt. Dazu sitzt man doch recht nah am Beifahrer, was dem Raumgefühl abträglich ist, obwohl die Sitze doch sehr nah an den Türen sind.
Das Fahren auf der Straße macht einfach überhaupt keinen Spaß. Die Bremsen reagieren zu zögerlich und die Lenkung ist, naja. Man lenkt mit dem Lenkrad nach rechts oder links und hofft, dass das Auto so ungefähr in die Richtung fährt, wo man hin will. Dazu gibt es deinen Geradeauslauf wie bei meinem 50 jahre alten Oldtimer Traktor, einem Porsche-Diesel Standard.
Also kein Hauch von Sportlichkeit. Auch nicht nach damaligen Maßstäben, wenn man mal an den ersten Toyota RAV4 denkt.
Dafür ist der Komfort bis auf die lauten Motorgeräusche aber ordentlich.
Dazu hat mein guter Freund mit dem Auto viel Ärger in den letzten Jahren gehabt. Ölverlust am Getriebe, alle 2 Monate gehen Warnleuchten im Cockpit an(Sicherungen und sogar teilweise der Kabelbaum wurden gewechselt)dazu der fast obligatorische Ärger beim Freelander 1 mit der ZV. Mal schließt sie gar nicht ab, dann nur 2 Türen, dann alle Türen. Obwohl alles bereits in diesem Bereich mehrmals geprüft worden ist, auch in verschiedenen Werkstätten, findet man den Fehler nicht.
Aber es gibt auch postives zu berichten: Der Motor -wenn er nicht dröhnen würde- ist wirklich ganz gut. Natürlich hat er kein DPF, aber er zieht ganz gut durch und eignet sich hervorragend zum Hänger ziehen. Sportliche Einlagen kann man sich allerdings getrost sparen. Das Gewicht und die Stirnfläche mitsamt dem Fahrwerk verhindern dies. Aber für den Alltag reicht der Motor völlig aus, Drehmoment ist genug vorhanden. Der Verbrauch von 8,5 Litern Diesel geht in Anbetracht des Alters der Konstruktion für mich in Ordnung(Stirnfläche, Gewicht usw.)
Außerdem sind die Geländeeigenschaften im Vergleich zu modernen SUV immer noch mehr als konkurrenzfähig. Davon konnte ich mich selbst überzeugen. Bei der Offroadtour, die wir auf einem als solchen ausgewiesenen Gelände gemacht haben, braucht sich ein Freelander 1 nicht vor einem Volvo XC 60, Ford Kuga, Hyundai ix35 oder der ersten Generation eines X5 verstecken. Die hat der Freelander im Griff.
Insofern ist nicht alles schlecht. Als Fazit halte ich fest:
+Der Motor ist für den Freelander 1 wirklich eine gute Motorisierung und ausreichend für den Alltag und das Fahrwerk
+Geländeeigenschaften
+Komfort
+Image(Land Rover halt)
-Platz(im Verhältnis zur Außenlänge)
-Lenkung
-Verarbeitung und Qualität
-Defektanfälligkeit und Elektronikprobleme(nach Angaben meines guten Freundes)
-Werkstattkosten(nach Angaben meines guten Freundes)
-Versicherung, Steuern(nach Angaben meines guten Freundes)
-Dosierbarkeit der Bremse
Insofern fällt das Fazit sehr zwiegespalten aus. Für den Alltag auf der Straße gibt es deutlich bessere SUVs, im Gelände ist der Freelander 1 aber sicherlich vielen modernen SUVs ebenbürdig bzw. auch überlegen. Insofern kann dieses Auto eine Alternative für alle darstellen, die doch mehr ins leichtere Gelände müssen und den Preis für einen neuen SUV nicht zahlen wollen/können.
Aber ich empfiehle allen wärmstens, nur ein Fahrzeug zu kaufen, was ein ausgefülltes Scheckheft und eine vollständige Reparaturhistorie hat. Denn der Freelander 1 ist auch beim TÜV ein Mängelriese. Deswegen ein Fahrzeug genaustens überprüfen, wenn man viel Freude damit haben will. Denn Abseits des Asphalts macht ein Freelander 1 Spaß! Aber nur da.