Erfahrungswertung
[
2,72 ]

50% empfehlen den Kauf

50% raten vom Kauf ab
Preis-/ Leistungsverhältnis
[
3,0 ]
Design & Styling
[
4,25 ]
Verarbeitungsqualität
[
2,25 ]
Sparsamer Verbrauch
[
1,25 ]
Alltagstauglichkeit
[
4,75 ]
März 2012,
marade
kennt dieses Auto
Erfahrungswertung:
[
2,86 ]
empfiehlt den Kauf
Den Bericht von -Bestatter - finde ich ja schon Oberklassestory
geschrieben.
Ich habe dieses Fahrzeug 1885 ca 2 Jahre gefahren und war begeistert.
Allerdings neu gekauft.
Nur Autobahn und das mit der 2.o ltr.Maschiene.
Suche als Oldtimer (meine damit mich) wieder so einen CX, allerdings
günstig und gut. Meine Mitteljugendträume auffrischen.
...
Mai 2011,
Bestatter
Experte
fuhr dieses Auto 2 Jahre
Erfahrungswertung:
[
2,57 ]
rät vom Kauf ab
Mir sind ja bekanntlich Vorurteile ein Greuel. Weil sie alle wahr sind. Deshalb will ich hier auch keine Franzosenwitze zum besten geben. Obwohl, einer davon ist ganz gut.
Was ist der Unterschied zwischen einem deutschen und einem französischen Zoo?
Im deutschen steht auf den Schildern an den Käfigen wo die Tiere her sind und welche Besonderheiten sie haben. Im französischen ein Rezept.
Frankreich übt auf mich schon lange eine eigenartige Faszination aus. Es ist merkwürdig, unheimlich und undurchschaubar. Wie der Protagonist in französischen Gangsterfilmen. Das ist in der Regel irgendein kettenrauchender einzelgängerischer Eigenbrötler mit irrem Blick, der aufgrund seiner Schusseligkeit
...
in Verbindung mit surrealen Zufällen überlebt. Die Polizisten sind immer die Bösen und man hält immer zu den Gangstern. Außerdem gibts in den meisten dieser Filme eine fantastische Autoverfolgungsjagd, die keineswegs so hölzern und gestelzt wirkt, wie die in amerikanischen Filmen. Und der Gangster fährt immer einen Citroen. Bis zur DS in schwarzweiß und ab dem CX dann in Technicolor.
Tja Citroen. Bei der Firma stelle ich mir den Chef immer als irgendeinen kettenrauchenden einzelgängerischen Eigenbrötler mit irrem Blick vor, der aufgrund seiner Schusseligkeit in Verbindung mit surrealen Zufällen den Betrieb am überleben hält. Die citroenverschmähenden Autokäufer sind die Bösen und man hält immer zu Citroen.
Dabei hätten die doch bloß normale Autos bauen müssen. Aber nein, sie haben 50 Jahre lang einfach alles anders gemacht, als alle anderen und sind deshalb beharrlich drei mal pleite gegangen. Eins der Autos, an denen sie mal pleite gegangen sind, ist der CX.
Der ist nämlich nur deshalb überhaupt gebaut worden, weil Peugeot den Laden übernommen hat. Aber anstatt die Bude einfach auszuräumen und Peugeots drin zu bauen, haben sie lediglich den für den CX vorgesehenen Dreischeiben-Wankelmotor in die Seine geschmissen und den Citroen Fuzzis befohlen, den CX stattdessen mit dem quergestellten vierzylinder Reihenmotor aus der DS zu bauen. Böse Leute eben.
Der CX wird durch den arg konventionellen Motor allerdings keineswegs unskuriller. Nichtmal durch den ein paar Jahre später nachgereichten 2.5 Liter Peugeot Ölofen.
Da ist zunächst mal das Styling. Heute mag das gar nicht mehr so dramatisch wirken, aber damals war das eine Sensation. Man muß sich vorstellen, daß der CX als er rauskam von Autos vom Schlage eines Käfers, Knudsen Taunus, einser Granadas oder /8 Mercedes umringt war. Er wirkte zwischen denen wie ein gelandetes UFO. Trotzdem konnten die Citroenianer es nicht einfach damit belassen. Sie mußten dem CX auch noch eine assymetrische Hutze auf der Haube verpassen, eine konkav gewölbte Heckscheibe und nur einen Scheibenwischer. Nicht etwa, weil das irgendeinen Vorteil hätte, sondern weil sie wollten. Die ungewischte Fläche ist dadurch nämlich entsprechend großzügig bemessen.
Innen drin gehts genauso weiter. Die Sitze sehen aus, wie die in dem Warteraum des Weltraumbahnhofs in Stanley Kubricks 2001. Sie bestehen aus massivem Schaumgummi, weshalb man immer Angst hat, seitlich runterzufallen. Das Armaturenbrett sieht aus, wie die Kommandozentrale vom Raumschiff Enterprise. Jede Menge bunte rechteckige Kontrolleuchten in einem Satellitenpod, und in der Mitte eine Lupe mit einem Zielfaden, hinter der sich eine Trommel dreht, auf der die km/h aufgedruckt sind. Hey Chekov, wieviele SOL liegen gerade an?
Statt einem Blinkerhebel ist ein Kippschalter oben links auf dem Pod und er stellt sich nicht von selber zurück. Man muß ihn jedesmal wieder extra ausschalten. Gegenüber ist ein zweiter Kippschalter, mit dem man zwischen Abblend- und Fernlicht hin und her schalten kann. Oder zwischen Standlicht und Abblendlicht. Das hängt von der Stellung eines dritten Kippschalters ab, der sich aber nicht am Armaturenbrett befindet, sondern unten dran baumelt. Seid Ihr noch da?
Das Radio befindet sich senkrecht zwischen den Vordersitzen. Dadurch füllt sich der Schlitz für die Kassetten langsam aber sicher mit den Bröseln von Butterbroten und der Prinzenrolle. Schimmel. Ein edles Gewächs.
Nachts strahlt das Armaturenbrett gleißend oranges Licht ab. Meine seinerzeit diensthabende Frau sagte mal, das ließe mich diabolisch aussehen, wie Mephisto, ist das nicht echt klasse?
Die Regler für Heizung und Lüftung sind in der Mittelkonsole und sehen aus, wie die Triebwerkshebel in einem Düsenflugzeug. Ähnlich klingt auch das Gebläse. Der Aschenbecher ist eine Kugel oben auf dem Armaturenbrett. Durch verdrehen einer Hälfte wird ein Schlitz freigegeben, in den man seine Gauloises Kippen stecken kann.
Das Lenkrad hat zwar zwei Speichen, aber die zeigen beide in die gleiche Richtung.
Dann ist da der Platz. Alleine der hintere Fußraum ist so groß, daß man dort Tanzveranstaltungen abhalten kann. Der Kofferraum ist gewaltig und wächst durch Umklappen der Rücksitzbank ins unermeßliche. Wenn man zur Heckklappe reinschaut, kann man in weiter Ferne gerade noch das Armaturenbrett ausmachen. Ich hab mal „Hollareidulliöh“ reingebrüllt, um zu sehen, ob ich ein Echo bekomme, mußte den Versuch dann aber aus Zeitgründen abbrechen.
Dann ist da die Technik. Die meisten haben ja schon von dem hydropneumatischen Fahrwerk gehört, aber die wenigsten wissen, daß das nur die halbe Wahrheit ist. Das CX Gröckeleisen wird nämlich in erster Linie dazu verwendet, eine Hochdruck-Hydraulikpumpe anzutreiben. Diese versorgt ein Netzwerk aus Leitungen, das die Federung, die Bremsanlage und die Lenkung mit ca. 180 bar Druck speist. Was bedeutet das im Umkehrschluß? Richtig. Bei der kleinsten Undichtigkeit, oder dem Ausfall der Pumpe, gibts weder Federung, noch Bremse, noch Lenkung. Und zwar schlagartig. Dafür geht eine riesige grelle rote Leuchte im Armaturenbrett an, auf der zynisch „STOP“ steht. Bei meinem CX leider zu spät, wodurch er weit vor seiner Zeit ein jähes Ende fand, das ähnlich spektakulär war, wie die Verfolgungsjagden in den französischen Gangsterfilmen.
Es widerfuhr mir nämlich beim Anbremsen auf eine Autobahnausfahrt von Tempo 160. Statt bremsen und lenken brannte sich die Lampe in meine Netzhaut ein und es ging mit immerhin noch ca. 120 Sachen stangengerade ab in die Wallachei, was zum Totalschaden führte. Und zwar nicht dem wirtschaftlichen. Sondern dem für kettenrauchende einzelgängerische Eigenbrötler mit irrem Blick, die aufgrund ihrer Schusseligkeit in Verbindung mit surrealen Zufällen sowas glatt überleben. Ich hoffe nur, die Lampe hat mich dabei diaboloisch aussehen lassen, wie in Mephisto, aber ich befürchte, daß ich ausgesehen habe, wie einer, über den Pille zu sagen pflegte "Er ist tot, Jim".
Dabei hatte ich mir meinen CX aus eigenartig rationalen Beweggründen gekauft. Ich wollte nämlich schlicht und einfach nur ein Auto haben, in das ich 400kg Ausrüstung laden kann ohne daß sich die Fahreigenschaften dadurch wesentlich verändern, mit dem ich quer durch Europa kacheln kann und das auch auf schlechten Wegen eingesetzt werden kann. Wohlgemerkt, an SUVs gabs zu der Zeit nur diese amerikanischen mit ihren riesigen V8 Motoren. Bei 80000km im Jahr soff mir mein Chevy Blazer die Haare vom Kopf. Der Citroen war ernsthaft als Rationalisierungsmaßnahme gedacht. Meiner war, als ich ihn kaufte, drei Jahre alt, aus erster Hand und hatte ganze 8000km runter. Delikatessengeschäft. Den Zustand könnt Ihr Euch vorstellen. Ein Traum in weißem Lack mit einer Innenausstattung in einem Swimming Pool Blau, wie es nur die Franzosen hinkriegen. Ganz abgesehen davon ist auch der Schimanski CX gefahren und was der kann, kann ich auch.
Über die ganzen Spinnereien von den Franzosen hab ich multikulturell hinweggesehen, auch über den Sachverhalt, daß die Lenkung einfach Scheiße ist. Die funktioniert nämlich auch dann, wenn die Hydraulik in Ordnung ist, nur befriedigend, solange es geradeaus geht. Es ist zwar möglich, nach links oder rechts zu lenken, aber nur in dem Maße, wie es möglich ist, den kölner Dom nach links oder rechts zu bewegen. Am besten, man fährt auf die Autobahn und läßt sie, wie sie ist. Und auf der Autobahn ist der CX dann auch in seinem Element. Mit dem Diesel kann man 160 Dauertempo fahren, was für die damalige Zeit gleich mal die nächste Sensation war. Der stärkste Mercedes Diesel war glatte Zwanzig langsamer, außerdem gab es ihn nicht als Kombi und er kostete praktisch das Doppelte.
Wenn man so mit dem CX unterwegs ist, tut der sich allerdings eiskalt 12 Liter Diesel auf 100 weg. Das spielte aber damals keine Rolle, denn der Diesel kostete so um die drei Pfennig die Tonne und in den Citroen gehen glatt 95 Liter rein. Außerdem ist der Tankstutzen so groß, daß die LKW Zapfpistole reinpaßt. Size does matter! Was die Leute immer kariert gekuckt haben, wenn ich im Sommer an den Autobahntankstellen kulant am Touristenstau vorbei an die LKW Säule gefahren bin und innert 30 Sekunden souverän meine 95 Liter drin hatte. Priceless. Das hatte was von Boxenstop mit Druckbetankung vor Publikum.
Dann gibts da noch die Legende, daß ein Citroen mit plattem Reifen einfach mit ungeminderter Geschwindigkeit weiterfahren kann. Das stimmt so nicht. Es ist keine Legende, sondern eine Tatsache. Ich hab den Platzer lediglich dadurch bemerkt, daß sich das Fahrgeräusch änderte. Flubbadaflubbadaflubbada. Dann hängt man den starren Wagenheber in der dafür vorgesehenen Öffnung ein, stellt die Federung auf tief und der Citroen hebt brav das Beinchen zum Radwechsel. Drei Schrauben. Einfach genial.
Tja, der CX. Merkwürdig gebaut und irgendwie undurchschaubar und unheimlich. Wie Frankreich halt.
Und was hab ich gemacht, nachdem sein Attentatversuch auf mich mißglückt ist?
Richtig. Ich hab mir wieder einen gekauft. Diesmal einen neuen.
Sie fahren einen CITROEN CX 2500 Diesel Break?
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Fahrzeugdaten zum CITROEN CX 2500 Diesel Break
Fahrzeugklasse
obere Mittelklasse
Produktionszeitraum
1978 - 1991
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