Erfahrungswertung
[
3,14 ]

0% empfehlen den Kauf

100% raten vom Kauf ab
Preis-/ Leistungsverhältnis
[
3,0 ]
Verarbeitungsqualität
[
2,0 ]
Sparsamer Verbrauch
[
4,0 ]
Alltagstauglichkeit
[
3,0 ]
Mai 2009,
isettahans
Experte
kennt dieses Auto
Erfahrungswertung:
[
3,14 ]
rät vom Kauf ab
Meine Freundin und spätere Frau hatte einen feuerroten Mini, als wir uns kennenlernten. Es war ihr erstes eigenes Auto, den sie als 5-jährigen Gebrauchten für ein Schw..negeld gekauft hatte in der Annahme, damit ein im Unterhalt besonders kostengünstiges Fahrzeug erworben zu haben. Sie mußte damals täglich eine einfache Entfernung vo ca. 35 km zurücklegen, um zur Uni zu kommen. Da war also günstiger Verbrauch gefragt. Und damit konnte der Brite auch tatsächlich aufwarten. Mehr als 5,5 l hat er nicht genommen. Aber nur, wenn er fuhr.
Und genau das hat er eben des öfteren nicht gemacht.
Ich will's diesmal kurz machen - ich habe dafür gesorgt, dass der Wagen baldmöglichst wegkommt.
...
Beim ersten Mal Zündungsprobleme (Verteiler ausgeschlagen bei ca. 70.000 km), mußte ich feststellen, dass man das Kühlerziergitter erstmal wegschrauben mußte, um da überhaupt ranzukommen. Man mußte vor dem Auto knieend arbeiten, da der quer eingebaute Motor nach vorne geneigt war. Eine für mich bis dato ganz neue Erfahrung, obwohl ich doch selbst zuvor leidgeprüfter Fiat 500-Fahrer war; da ging's auch ganz schön eng zu.
Bei ca. 75.000 km hat dann das Getriebe schlappgemacht (das ohnehin nicht gerade leichtgängig zu schalten war). Dieses hatte einen gemeinsamen Ölkreislauf mit dem Motor, ein Konzept, das sich meines Wissens in der Autoindustrie nicht weiter durchgesetzt hat.
Wahrscheinlich war das Öl einfach zu dünn für's Getriebe (ist aber nur meine bescheidene Laieneinschätzung). Es war recht schwierig, an das passende Ersatzteil ranzukommen, da scheinbar diverse Getriebetypen verbaut worden sind.
Interessant fand ich auch in diesem Zusammenhang, dass an dem Auto sowohl metrische als auch Zollschrauben verbaut waren. Der Bruder meiner Freundin, der damals im zweiten Lehrjahr bei VW als Mechaniker tätig war, hat sich zu diesem Behufe extra aus England einen völlig überteuerten Schraubenschlüssel- und Stecknusssatz schicken lassen.
Die Lenkung ging auch recht zäh und für ein so kleines Auto viel zu schwer, jedoch konnte hier nie ein eindeutiger Defekt ermittelt werden.
Dann gab es eines Tages ein wirklich undefinierbares Geräusch, nach welchem der ganze Wagen nach vorne links runterhing. Ich habe auf eine gebrochene Feder oder einen abgerissenen Stossdämpfer getippt und zu meinem großen Erstaunen festgestellt, dass der Mini gar keine Federn im eigentlichen Sinn hatte, sondern dass die Karosserie auf einer Art kegelförmiger Gummistöpsel aufgehängt war, die die Federn darstellen sollten. Auch hier war ein Ersatzteil nicht gebraucht zu bekommen und musste ziemlich teuer als Neuteil (mit zweiwöchiger Wartezeit) gekauft werden.
Das fahrerseitige Türschloß hat sich auch mal verabschiedet, bis da Ersatz gefunden war, ist man zunächst mal von der Beifahrerseite her rein- und rausgeklettert.
Der Motor als solches war eigentlich nicht schlecht, er zog gut durch und war verhältnismäßig elastisch.
Auch die Platzverhältnsse im Innenraum waren erstaunlich gut, die Sitze recht bequem. Nur das kleine Lenkrad stand meiner Meinung nach zu flach.
Das Armaturenbrett hatte in der Mitte einen Tacho, der jedoch nur sehr ungenau ging und dessen Zeiger ständig zitterte und schwankte. Die Lichtmaschine hat auch schon bei ca. 79.000 schlappgemacht (sie war vom britischen Autoelektrik-Zulieferer Lucas, den die Engländer selbst scherzhaft "the master of the doom" - Herr der Finsternis- nannten).
Gepäckraum hatte der Mini eigentlich keinen, wenn man von dem hinten über der Stoßstange angebrachten Deckel mit dem darunter befindlichen höhlenähnlichen Fach für eine Damenhandtasche mal absieht.
Das konnten die Italiener in den 50er Jahren schon besser. Im Fiat 500 und erst recht im 600 konnte man durchaus schon richtiges Gepäck unterbringen.
Die Bremsen haben auch einmal zwei undichte Zylinder gehabt.
Ansonsten waren sie aber ganz gut, zumindest haben sie halbwegs gleichmäßig gezogen.
Das Fahrverhalten war gut und sehr wendig natürlich, wenn er gerade fuhr, hat man im Stadtverkehr schon richtig Spaß damit gehabt.
Die Heizung war auch gar nicht so schlecht, man ist immerhin nicht erfroren wie im Käfer zum Beispiel.
Insgesamt war es alles andere als kostengünstig, den Mini zu betreiben und zu unterhalten; und man konnte sich auch keineswegs einfach so darauf verlassen, dass er am nächsten Morgen sicher anspringen würde.
Es ist halt ein Auto für Enthusiasten, aber dem praxisorientierten Nutzer würde ich nicht unbedingt zuraten. Ich persönlich glaube, dass es da in der Kleinstwagen-Klasse zuverlässigere Oldies gibt.
Sie fahren einen AUSTIN 1000?
Es sind noch keine Testberichte vorhanden.
Fahrzeugdaten zum AUSTIN 1000
Produktionszeitraum
1980 - 1980
Mitglied werden bei autoplenum.de?
- 100% kostenlos
- Schnelle Hilfe bei Fragen
- Uneingeschränkter Zugriff auf alle Inhalte
- Private Nachrichten senden und empfangen
- Kaufberatung kostenlos
- Zweiwöchentlicher Newsletter gratis (optional)