Bericht aufgrund Kennens.
Hallo zusammen, dies war das Auto meines Bruders, worrüber ich nun ein wenig etwas schreiben möchte, einen Q7 3.0 TDI mit 233 PS aus 2006.
Tja, ich bin dieses Auto mittlerweile oft gefahren und kenne es ganz gut. Mit verlaub, dieser Q7 hat bereits mehr gezogen und war öfter im Schlamm als fast alle anderen Q7, da mein Bruder Bauunternehmer ist und sich nicht scheut, damit auch auf Baustellen zu fahren oder die zulässige Anhängelast oft ausnutzt.
Als Zugfahrzeug ist er natürlich ziemlich perfekt dank der hohen Anhängelast. Auch ist der Innenraum riesig, da ist Platz wie in einer Kirche.
Das Auto ist zwar ein SUV und hat keine Geländeuntersetzung,
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aber für Feldwege bzw. für Baustellen kein Problem, auch wenn es matschig war/ist. Genug Traktion ist da, der Q7 kann da durch. Die Achsverschränkung ist allerdings mittelmäßig, auch sind die Überhänge Pkw-mäßig, nicht Geländewagen like.
Das fürstliche Platzangebot hatte ich bereits erwähnt und man kann mit 4 Personen immer noch den Kofferaum nutzen, mit einer 3 Sitzreihe allerdings ist dies nicht mehr möglich, da können in der 3 Reihe praktisch nur Kinder sitzen.
Auf der anderen Seite wird das Platzangebot aber auch teuer erkauft. Über 5 m Außenlänge sind wirklich viel und aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß. Die Parkplatzuche in der Stadt ist eine Katastrophe, Parkhäuser sind in den meisten Fällen nicht empfehlenswert, besonders alte Parkhäsuer sind für den Q7 nicht gebaut worden, Rückfahrkamera und Park-Distance-Kontrolle sind hier sehr wichtig, die Übersichtlichkeit ist schlecht, besonders nach vorne.
Der Motor? Aus meiner Sicht ist der 3.0 TDI der vernünftigste Motor für den Q7. Die Benziner verbrauchen zuviel(CO2) und der TDI hat genug Kraft, sodass der 4.2 TDI und der 5.0 TDI eigentlich nicht nötig sind, bzw. als 5.0 TDI auch nicht mehr zeitgemäß. 500 Nm reichen in der Verbindung mit der Tiptronic für entspanntes Gleiten. Wenn man will, geht er ja auch besser als die Diesel in der 2.0 Liter Klasse, also so ca. 140 PS. 170 PS Diesel in normalen Autos sind aber schneller. Also ist man damit nicht untermotorisert. Der Motor ist zwar präsent, aber als Common-Rail-Motor trotzdem laufruhig und auch relativ sparsam, je nachdem wo er gerade eingestzt wird. Im Mittel ligt man bei ca. 9-11 Litern lt. Bordcomputer. Damit kann man bei einem solchen Riesen gut leben und ist daher die einzige Empfehlung für den Q7, sonst höchstens noch der 4.2 TDI.
Das Fahrwerk ? Er wiegt halt 2,3 Tonnen leer. Das merkt man, das ist klar. Dennoch, er geht recht gut um die Ecken, sportlich ist allerdings was anderes, aber das kann man bei dem Gewicht nicht erwarten. Untersteuern ist praktisch in jeder flotten Kurve schnell vorhanden Die Bremsen sind allerdings verschleißfreudig, müssen dem Gewicht halt den Tribut zahlen, ebenso die Reifen, welche sich bei diesem Auto aber nicht gleichmäßig abnutzen, sondern die Innenseite stärker als außen. Die Lenkung ist direkt und geschwindigkeitsabhängig, sodass rangieren in der Stadt ohne Probleme funktionert.
Der Komfort ist gut, das Auto hat aber auch die Luftfederung als Extra. Die Sitze sind sehr bequem und gleichzeitig komfortabel. Allerdings ist dies auch das aufpreispflichtige S-Line Gestühl.
Die Verarbeitung ist spitze. Materialanmutung, Steifigkeit der Karosserie sind klasse. Kein Klappern, kein Knistern. Da hält Audi wort. Da können der ML oder der alte X 5 nicht mithalten, die wir uns damals auch angeguckt haben, nur der Touareg spielt in der gleichen Liga, dafür ist er aber schon ein richtiger Oldie, da er schon seit 2002 auf dem Markt ist.
Schwächen? Der Preis ist schon happig gewesen. Vom damaligen Basispreis von kanpp 48.000 € kamen Sonderausstattungen dazu, die den Preis auf 76,000 € getreiben haben, wie das erwähnte S-Line Paket, die Luftferderung, elektirsche Ledersitze, das damals teuerste Navi mit TV-Funktion und digitalem Empfang plus Bang & Oluffson Soundanlage, elektrische Heckklappe, Tempomat mit Distanzregelung usw. Also viel Luxus, der das Leben angenehmer macht, aber nicht notwendig ist, um von A nach B zu kommen.
Aber das muss jeder selber wissen.
Dann der hohe Reifen/Bremsenverschleiß. Und Ersatz dafür kostet beim Q7 natürlich auch deutlich mehr als bei bezahlbaren Autos.
Unplanmäßige Werkstattaufenthalte sind dem Wagen bisher fremd.
Aber das kann man nach 3 Jahren auch bei einem solchen Preis erwarten. Obwohl er schon kanpp 92.500km in der Zeit gelaufen ist.
An sich also alles postiv. Bis auf die Größe. Das Design, na ja, mächtig und präsent. Stimmig, aber aufgrund der schieren Größe einfach klobig.
Eine persönliche Anmerkung:
Das Problem ist halt, dass wir nun fast 2009 haben und ich persönlich das Auto für überdimensoniert halte. In Anbetracht der derzeitigen Wirtschaftslage passt das Auto nicht mehr in unsere Zeit. Ich finde, dass der Q7 einfach deswegen ein Imageproblem hat. Die Leute gucken immer, wer drin sitzt, was das für ein Typ ist, der so ein Auto fährt. Das mag ich nicht.
Auch wurde das Auto bereits, nachdem es abends in der Stadt abgestellt wurde, 2mal auf der rechten Seite mit Schlüsseln zerkratzt.
Ob das jetzt an der wirtschaftlichen Situation oder an Neid liegt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber das hat meinem Bruder zu denken gegeben.
Allerdings, dass muss ich auch sagen, ein 3 Liter Diesel in einem SUV, egal ob Audi, BMW, Mercedes, Volvo, VW, ist kein Spritfresser oder CO2-König. Dies zu behaupten ist nicht fair. Bei anderen Motoren mag dies sein, aber Verbräche von weniger als 10 Litern bei solch großen und schweren Autos sind schon beachtlich. Das halte ich in Anbetracht der Voraussetzungen solcher Autos für effizient.
Fazit:
Der Q7 ist ein sehr teures Auto, was allerdings bis auf die unhandliche Größe im Stadtverkehr zuverlässig seinen Dienst verichtet und den Zweck zu 100 % erfüllt, wofür sich mein Bruder für den SUV entschieden hat. Das grds. Problem ist halt einfach das Image dieses Autos, was sich im vergangenen Jahr so sehr zum negativen geändert hat.